Teil eines Werkes 
1 (1813) Unterricht im Ackerbau und in der Viehzucht. 1
Entstehung
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meint, daß ohne ein ſolches Abroͤſten dies nicht gut gehe. Nach meiner Erfahrung iſt dies falſch. Das Haferſtroh wird durch zu große Reife ſowohl wie durch zu langes Liegen auf dem Schwade verdorben, und bei gutem Ha fer iſt dann bei trockener Wttterung durch das Aufbinden immer ein großer Koͤrnerverluſt.

Die Koͤrner, die aber bei dem Aufbinden abfallen, ſind die beſten, und gehen groͤßtentheils verloren; diejeni⸗ gen aber, welche bet Hafer, der in der Gelbreife abgemaͤ⸗ het iſt, und nach gehoͤrtger Abtrocknung des Strohes und des Futters darin eingefahren wurde, noch am Strohe bleiben, ſind die ſchlechten, unretfen. Dieſe kommen aber nicht um, ſondern werden mit dem Haferſtrohe vom Viehe gefreſſen.

Das Haferſtroh iſt, gut eingebracht, ein vortrefliches Viehfutter fuͤr Rindvteh und Schaafe. In Gegenden, wo keine Wieſen ſind, aber viele Wurzelgewaͤchſe gebauet werden, vertritt es, mit dieſen zuſammen, die Stelle des

Heues.

Dreizehntes Kapitel. Von den Huͤlſenfruͤchten. Zu den Huͤlſenfruͤchten zaͤhlen wir hier die Erbſen, Wicken,

Bohnen, Linſen und Buchweitzen oder Heidekorn. Von ihrem großen Nutzen, wenn ſie abwechſelnd mit Getreide