Teil eines Werkes 
1 (1813) Unterricht im Ackerbau und in der Viehzucht. 1
Entstehung
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170.

Hafer ziemlich haͤufig. Auf ganz ſchlechtem Sandboden bauet man auch wohl noch den Rauhhafer, eine leichte und ſchlechte Frucht, an deren Stelle man lieber Buch⸗ weltzen bauen ſollte.*

Nach der bisherigen Weiſe kommt der Hafer ins Sommerfeld auf ſolches Land, welches zu mager zur Gerſte iſt, oder welches zu derſelben entweder zu naß oder zu trocken iſt. Und eben deswegen, weil der Hafer auf ſol⸗ chen Stellen, wo eine andere Getreideart nur ſehr ſchlecht gerathen wuͤrde, noch eine gute Ernte geben kann, iſt er uns eine ſehr ſchaͤtzbare Frucht. Er iſt weniger empfind⸗ lich gegen Trockenheit und Naͤſſe, wie die Gerſte, und nimmt auch zur Noth mit einem rauhen Lande vorlieb, welches man wegen unguͤnſtiger Witterung nicht klar und fein genug zubereiten konnte.

Man glaube aber nicht, daß der Hafer nicht eben ſo gern in gut zubereitetem und geduͤngtem Lande wachſe, wie jede andere Getreitdeart. Er wird immer einen hoͤhern Ertrag geben, wenn man das Land dazu gut, als wenn man es ſchlecht vorbereitet.

Fuͤr neues oder ſogenanntes Rhodeland, welches aus der Weide oder Holzgrund aufgebrochen wird, ſchickt ſich der Hafer als erſte Frucht beſſer, als jedes andere Ge⸗ waͤchs. Nan kann ihn dreiſt auf die einfaͤhrig umge⸗ brochene Narbe ſaͤen, nur muß man eine ſtaͤrkere Einſaat nehmen, weil es nicht moͤglich ſeyn wird, jedes Korn mit Erde zu bedecken, und muß mit dem Eggen nicht faullenzen.