166
Lehmboden oder lehmigen Sandboden vortheilhafter als große Gerſte ſeyn, wenn man Gerſte uͤberhaupt nach der Winterung ſaͤet. Sie geraͤth aber ebenfalls in dem gut behackten Wurzelgewaͤchslande am beſten.
Eine Abart der kleinen Gerſte wird unter dem Na⸗ men Fruͤhgerſte ſchon im Maͤrz oder April geſaͤet; die ſpaͤte und gewoͤhnliche kleine Gerſte gedeihet aber am beſten, wenn ſie in den letzten Tagen des Mai, oder in den erſten des Junt geſaͤet wird. Fuͤr die mit Hederichsſaamen angefuͤllten lehmigen Sandfelder iſt die kleine Gerſte wegen dieſer ſpaͤten Ausſaat eine ſehr nuͤtzliche Frucht. Man hat Zeit, das Land dazu mehrere Male zu bearbeiten. Dadurch wird der Hederich zum Aufgehen gebracht, und kann mehrere Male untergepfluͤgt werden. Fingen die Landleute auch noch an, die Gerſte zu jaͤten, ſo wuͤrden ſie dieſes ſchaͤdliche Unkraut anfangs vermindern, endlich ganz zerſtoͤren.
Um den Hederich bei der kleinen Gerſte ſo unſchäͤd⸗ lich als moͤglich zu machen, hat man ſich auf verſchiedene Art zu helfen geſucht. Zuweilen ſchwemmt man die He⸗ derichsſchoten im Waſſer ab. Man ſchuͤttet zu dem Ende die zur Ausſaat beſtimmte Gerſte in ein großes Gefaͤß, uͤbergießt ſie dort mit Waſſer, ſo daß ſolches einen Fuß hoch uͤber der Gerſte ſteht, und ruͤhrt die Gerſte im Waſ— ſer tuͤchtig um. Die Spreu, die Hederichsknoten und andere Unkrautſaamen werden oben auf ſchwimmen„ dlie Gerſte aber zu Boden ſinken. Man nimmt mit einem


