Teil eines Werkes 
1 (1813) Unterricht im Ackerbau und in der Viehzucht. 1
Entstehung
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XXII

dings nicht Luſt hatten, ſich ihre Beduͤrfniſſe zu er⸗ bauen, oder ſie durch ihrer Haͤnde Arbeit zu verdie⸗ nen. Sie thaten vielmehr ihr ganzes Lebenlang nichts, als rauben, wo ſie etwas erlangen konnten. Zu ih⸗ nen geſellten ſich immer ſo viele mit gleichem Sinne, daß ihre Anzahl ſehr groß war, und daß ſelbſt die Fuͤrſten jener Zeit nichts gegen ſie ausrichten konnten.

Diejenigen Einwohner, welche in Staͤdte zuſam⸗ men zogen, ſicherten ſich vor den Gewaltthaͤtigkeiten dieſer Raͤuber, und litten hoͤchſtens dann, wenn ſie ihre Waaren von einer Stadt zur andern ſchaften, und unterweges angefallen wurden. Deſto mehr wa⸗ ren aber die Landleute den Beraubungen ausgeſetzt. Wo wollten dieſe mit dem Ihrigen hin? Die Fruͤchte des Landmannes ſtehen ja frank und frei da. Wenn die Macht der buͤrgerlichen Ordnung und der Geſetze ſie nicht ſchuͤtzt, ſo kann der Ackerbauer ſich vor Raub nicht ſicher ſtellen.

Man kann ſich alſo denken, mit welchen Be⸗ ſchwerden die Landleute jener Zeit zu kaͤmpfen hatten. Da ſie ihres Eigenthums, oft ſelbſt ihres Lebens, nie ſicher waren, ſo konnten ſie nur wenig Luſt haben, den Ackerbau mit Luſt und Eifer zu treiben. Sie er⸗ baueten nur das Nothduͤrftige, weil der Ueber⸗ fluß jene Raͤuber nur mehr angereitzt haͤtte.

Viele Landleute begaben ſich in jener Zeit, um