Teil eines Werkes 
1 (1813) Unterricht im Ackerbau und in der Viehzucht. 1
Entstehung
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XVII

Fleiſch und Milch zur Speiſe dienen koͤnnen, und es entſteht Ackerbau.

Aber ſchon der roheſte und unvollkommenſte Ak⸗ kerbau ſetzt mehrere Geſchicklichkeit und eine ganz an⸗ dere Lebensart voraus, als jenes herumziehende Hir⸗ tenleben. Der Ackerbauer braucht eine Menge Werk⸗ zeuge, womit er den Boden bearbeitet, ſein Gewaͤchſe aberntet, ſie reinigt, und vollends zur Nahrung zu⸗ bereitet.

Er braucht aber auch feſte Wohnungen, in denen er ſich und ſeine Fruͤchte vor der uͤblen Witterung verbirgt. Der Saamen, welchen der Landmann aus⸗ ſaͤet, braucht lange Zeit, ehe er reife Fruͤchte traͤgt; der Boden, der einmal bearbeitet war, ackert ſich leichter, als der ganz wilde, noch nicht von Steinen und Holz gereinigte. Die herumziehende Lebensart paßt alſo gar nicht zum Ackerbau. Der Menſch er⸗ wirbt ſich durch die Urbarmachung des Bodens ein Eigenthum, das er lieb gewinnt, und er bauet ſich feſte Wohnungen. So entſtehen erſt einzelne Hoͤfe, dann ganze Doͤrfer.

Die erſten, welche das Land baueten, thaten es gewiß nur aus Noth. Sie waren alſo zufrieden, wenn ſie nur das Nothduͤrftigſte zu ihrem Unterhalt erzielen konnten. So wie ſie ſich aber laͤnger mit

dem Ackerbau beſchaͤftigten, erlangten ſie groͤßere Ue⸗ I. b