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Die Kartoffeln : <Solanum tuberosum C. Bauh.> Deren Geschichte, Charakteristik, Nützlichkeit Schädlichkeit, Kultur, Krankheiten etc. , mit ausführlichen Angaben ihrer industriellen Anwendung / monographisch bearb. nach ... von Friedrich Berchtold . Hrsg. v.d. k.k. patriotisch-ökonomischen Gesellschaft im Königreich Böhmen
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Dieſes Gemiſch wird 6 Stunden lang gekocht, dann läßt man es in einen Kühl-Apparat durch einen Seiher laufen, um die Flüſſig keit vom Satz zu trennen. Nun wird die klare Flüſſigkeit in ein anderes Gefäß gebracht, welches in einem auf 210 R. erwäarmten Raume ſteht. 2 Loth Potaſche in Waſſer aufgelöſt und 40 50 Pfd. Hefe werden jetzt der Flüſſigkeit zugeſetzt, um die Gäh ruug zu bewirken. Ein Gefäß wird hierauf mit Buchenholzſpänen (oder Weintreſtern), die mit ſtarkem Eſſig geſättigt worden, locker gefüllt. 30 Pfd. der gegohrenen Flüſſigkeit ſchüttet man Morgens und Abends hinein, bis das Gefäß voll iſt. Man zieht dann immer 30 Pfd. auf einmal vom Boden des Gefaßes ab und gießt ſie in ein anderes, zur Hälfte mit fertigem Eſſig angefülltes Gefäß, aus welchem die Flüſſigkeit in ein anderes, locker mit Buchenholz ſpänen gefülltes Gefäß kommt, um ſie abzukühlen und zu klären, worauf der Eſſig zum Gebrauch geeignet iſt.

Ein anderes Verfahren beſteht darin, 500 Pfd. kochendes Waſſer über 700 Pfd. gut gewaſchene und zerquetſchte Kartoffeln zu gießen und das Gemenge ſtehen zu laſſen, bis es die Konſi ſtenz eines dicken Teiges angenommen, worauf man 20 Maß Malz⸗ mehl zuſetzt, um es in zuckerigen Zuſtand überzuführen; es wird ſodann wie oben in Gährung gebracht.

Nach einem dritten Verfahren ſollen 50 60 Pfd. gemah⸗ lener Reiß ſtatt der Kartoffeln angewandt und eben ſo behandelt werden.(Mechanics Magazine Nr. 916 und Inneröſterr. In⸗ duſtrie- und Gewerbeblatt.)

Seite 311. Benützung des Kartoffelkrautes. Ob⸗ gleich die Düngung der Wieſen mit Kartoffelkraut ſehr zur Ver mehrung des Grasertrages beiträgt, ſo verhindert es doch auch die Herbſtbehütung der Wieſen mit Schafen. Dieſer Uibelſtand führte auf den Verſuch, die junge Roggenſaat mit trocknem Kar⸗ toffelkraut zu überſtreuen, und zum vergleichenden Verſuch Roggen nach Kartoffeln mit beſagtem Kraut gedüngt, und ein anderes gleiches Stück Land in gleicher Lage mit Pfirchſchlag oder Jauche. Mit dem Kraute von einer Breite von 18 Acker Kartoffeln wur⸗ den 12 Acker Roggen mit trocknem Kartoffelkraut über fahren und zeigte ſich der auf dieſe Weiſe behandelte Roggen üppiger als der, wozu mit Jauche oder Pfirch gedüngt war. Von 18 Acker Kartoffeln hatten pr. Acker im Durchſchnitt 96 Säcke( 48

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