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Die Kartoffeln : <Solanum tuberosum C. Bauh.> Deren Geschichte, Charakteristik, Nützlichkeit Schädlichkeit, Kultur, Krankheiten etc. , mit ausführlichen Angaben ihrer industriellen Anwendung / monographisch bearb. nach ... von Friedrich Berchtold . Hrsg. v.d. k.k. patriotisch-ökonomischen Gesellschaft im Königreich Böhmen
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560 Alle wenden friſches Malz an, was zwar etwas kräftiger wirkt, aber einen unanſehnlichen, weniger haltbaren, nicht angenehm ſchmeckenden Syrup liefert. Gut gekeimtes, hierauf mäßig gedörrtes Malz gibt das beſte Produkt.(Oekon. Neuigkeit. J. 1841, Nr. 15.)

Seite 254. Bezüglich der Stärkezuckerfabrikation mittelſt Schwefelſaure noch der Angabe J. Otto's(in deſſen heraus⸗ gegebenem Lehrbuche der rationellen Praxis der landwirth. Ge⸗ werbe), hat Prof. Balling nachſtehende Bemerkungen hervor gehoben, die aus den ökonom. Neuigkeiten f. 1841 Nr. 15 ent⸗ lehnt ſind. Zur Erzeugung eines ſolchen Syrups wird engliſche Schwefelſäure anzuwenden gelehrt, welche dann dazu zu verwenden iſt, wenn ſie keine arſenige Säure enthält, was oft vorkommt. Nur das Kochen mittelſt einſtrömendem Dampf in hölzernen Ge fäßen iſt zu empfehlen. Die Jodtinktur zeigt blos die vollendete Umwandlung des Stärkemehls in Gummi; der Weingeiſt aber auch die des Gummi in Zucker an. Immer wird noch die Zeit der Zuckerbildung nach Kirchhof angegeben, welche ſpecielle Angaben nicht unbedingt richtig ſind. Das beſte Verhältniß zwiſchen Stärkmehl, Waſſer und Schwefelſäure zur Fabrikation für die Dampfkochung iſt auf 100 Pfd. trockene Stärke, 150 200 Pfd. Waſſer und 1 3 Pfd. Schwefelſäure, welche Maſſe durch den condenſirten Dampf noch um ½ vermehrt wird. Es ſcheint nicht durch örtliche Verhältniſſe modificirt werden zu ſollen; denn durch portionweiſes Eintragen des mit Waſſer zu dünnem Brei angerührten Stärkmehls in das kochende Sauerwaſſer, wird die Zuckerbildung auch bei Anwendung weniger Schwefelſäure be⸗ ſchleunigt, daher an Brennſtoff ꝛc. erſpart. Die Anwendung von viel Schwefelſäure iſt wegen der großen Menge des dabei erzeugt werdenden Gypſes nicht praktiſch.

Ob bei dieſem Bildungsprozeſſe wirklich blos eine katalytiſche Wirkung der Schwefelſäure Statt hat, iſt ſehr zweifelhaft, weil ſich dabei, wie Jedem bekannt, der ſich dabei beſchäftigt, ein ganz eigenthümlich ſaurer Geruch verbreitet, der doch offenbar von der Verfluͤchtigung irgend einer Subſtanz aus dem Stärkmehl herruͤhrt. Bei der Siedhitze getrocknet, verliert das lufttrockene Kartoffel ſtärkmehl 18 pCt. ſeines Gewichtes Waſſer, es enthält mithin nur 82 pCt. Stäͤrkmehlſubſtanz, und Erfahrungen im Großen zeigen, daß daraus auch nicht mehr Stärkezucker entſteht. Wie ſich dieß mit andern Reſultaten verträgt, wornach 100 Gewichtstheile ſolcher Stärkmehlſubſtanz ein Mal 111, das andere Mal 107 trockenen

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