Druckschrift 
Die Kartoffeln : <Solanum tuberosum C. Bauh.> Deren Geschichte, Charakteristik, Nützlichkeit Schädlichkeit, Kultur, Krankheiten etc. , mit ausführlichen Angaben ihrer industriellen Anwendung / monographisch bearb. nach ... von Friedrich Berchtold . Hrsg. v.d. k.k. patriotisch-ökonomischen Gesellschaft im Königreich Böhmen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

55

rien trog gethan. Man ſchüttet dazu den Sauerteig, der zuvor mit

deſäbe etwas ſiedendem Waſſer aufgeweicht worden iſt, knetet ſtark durch

6,. und läßt bei einer Temperatur von 15 160 R., den Teig 6

Lnd Stunden lang gähren. Der Sauerteig muß friſch ſein d. h. er muß

uah e etwa 6 Stunden vor ſeinem Verbrauche bereitet worden ſein; Lnatn

alter zu ſaurer Sauerteig ſchadet dem milden Geſchmack und der wohl nin Lockerheit des Brodes. Durch dieſe Gährung wird der Kartoffel

14 Kott V brei in eine gleichartige lockere Maſſe verwandelt, welche gutes Bernit u ſich ſchön backendes und leicht verdauliches Brod liefert. Nach de Hauorni Verlauf jener 6 Stunden nimmt man nebſt dem nöthigen Koch bertim ſalz, halb ſo viel Weizenmehl, als man Kartoffeln verwendet hat, ſeins gei macht aus dem Ganzen einen gleichmäßigen Teig, den man par à 3d Poppe. thienweiſe ausknetet und der viel ſtärker und länger geknetet wer Inäudendn den muß, als der aus reinem Weizenmehle. Nach dem Kneten

läßt man denſelben, je nachdem die Temperatur iſt, 2 3 Stun⸗ Käener dr den nochmals gähren, und bringt ihn dann in den Ofen. 3 Stunden inm reichen hin zum Backen, wenn die Brode höchſtens 15 16 Pfd. nt; auc lit wiegen. Dieſes Brod iſt von überraſchender Güte, locker, ziemlich ihe lni weiß und angenehm ſchmeckend und die Faſern des Kartoffelmarkes zrthelr it ſind gänzlich verſchwunden. Auf 100 Pfd. rohe Kartoffeln nimmt dterer Kn⸗ man 50 Pfd. Weizenmehl, 3 Pfd. Sauerteig und ungefähr 20 dn Aus⸗ V Loth Kochſalz. Uibrigens iſt dieß Verfahren mancher Abänderung en ddäuch fähig. Statt Weizenmehl kann man auch Roggenmehl(wiewohl teung ueh in anderem Verhältniß), und ſtatt Sauerteig auch Hefe anwen h dos ded den. Michelſen in Ludwigsluſt hat, wenn gleich nicht genau

nach der franzöſiſchen Methode, die rohen Kartoffeln zum Roggen

d

brode ſeit länger als 10 Jahre, und zwar auf folgende Art an gewendet: Wenn morgen gebacken werden ſoll, ſo werden heute Mittag geſchälte rohe Kartoffeln gerieben und in ein Eimer voll

en argege⸗ den: Nohe ſcalt oder

nſtrument Waſſer geſchüttet. Darin ſtehen die geriebenen Kartoffeln bis 1 man ſo zum Abend, wo eingeſäuert werden ſoll, und nun wird das ganze Hlange ni braun gewordene Waſſer behutſam abgegoſſen. Zu 20 Pfd. Roggen⸗ ferbt bleit mehl werden ungefähr 10 Pfd. geriebene Kartoffeln genommen; waſchwoſt alſo beſteht der dritte Theil der ganzen Maſſe aus geriebenen tärknet Kartoffeln. Des Abends wird kochendes Waſſer auf die zerrie Bei rehi benen Kartoffeln gegoſſen und wenn dieß bis zur Lauwärme ab in Leine gekühlt iſt*), ſo läßt man den Sauerteig in dieſer ganz flüſſigen velches ſch Kartoffelſuppe zerfließen, und ſtreut nun ſo viel Roggenmehl hinzu, geſanmel

den Bet⸗*) Durch heißes Waſſer verliert der Sauerteig ſeine Gährkraft.