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Die Kartoffeln : <Solanum tuberosum C. Bauh.> Deren Geschichte, Charakteristik, Nützlichkeit Schädlichkeit, Kultur, Krankheiten etc. , mit ausführlichen Angaben ihrer industriellen Anwendung / monographisch bearb. nach ... von Friedrich Berchtold . Hrsg. v.d. k.k. patriotisch-ökonomischen Gesellschaft im Königreich Böhmen
Entstehung
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552 verdünnte Schwefelſäure überhaupt der Geſundheit nicht nach theiliger als jede andere Säure iſt. Bei der Anwendnung der Schwefelſäure zu oben erwähntem Zwecke aber muß dieſelbe durch Waſchen der Kartoffelſtücke mit Waſſer vollſtändig entfernt werden, um ein gutes Produkt zu erhalten. Das gänzliche Auswaſchen der Schwefelſäure geht übrigens ſchnell und leicht von Statten.

Seite 151. Zum Brodbacken kann man ſowohl rohe wie gekochte, auch gefrorene Kartoffeln, ſo wie getrocknetes Kartoffel mehl anwenden; jedoch können die Kartoffeln in Betracht ihres Klebermangels und geringen Schleimgehaltes nicht die Hauptmaſſe zum Brode gewähren; ſondern nur als Zuſatz zum Getreidemehl verwendet werden. Weizenmehl verträgt in Rückſicht ſeines großen Klebergehaltes einen größern Zuſatz von Kartoffeln, als Roggen⸗ oder Gerſtenmehl. Von Sauerteig iſt immer mehr anzuwenden, als beim gewöhnlichen Brodbacken.

Seite 152. Bei der Anwendung roher zerriebener Kar⸗ toffeln iſt verhältnißmäßig ein geringerer Zuſatz von Getreidemehl erforderlich, als wenn man gekochte Kartoffeln nimmt; auch hält ſich das Brod länger friſch wie von Letzteren, welche überdieß minder zur Gährung geneigt ſind. Von großem Vortheile für die Güte des Brodes iſt, wenn man die rohen zerriebenen Kar toffeln auspreßt, bevor man ſie auswäſcht, und nach dem Aus waſchen das Waſſer wieder durch Preſſen entfernt; indem dadurch das Brod weißer und wohlſchmeckender wird. Die Gährung muß man ſtets etwas länger als gewöhnlich unterhalten; auch das Brod etwas ſtärker ausbacken laſſen.

Eine franzöſiſche Zeitſchrift hat folgendes Verfahren angege ben, die rohen Kartoffeln zum Weizenbrode anzuwenden: Rohe Kartoffeln von mehlreicher Art werden, nachdem ſie geſchält oder blos rein gewaſchen worden ſind, mit einem beliebigen Inſtrumente zerrieben, und die zerriebene Maſſe oder den Brei läßt man ſo gleich von der Reibe in kaltes Waſſer fallen, wo er ſo lange mit friſchem Waſſer ausgewaſchen wird, bis letzteres ungefärbt bleibt (ſonſt fällt das Brod dunkelfärbig aus). Das Auswaſchwaſſer gießt man nicht eher weg, bis ſich das darin enthaltene Stärkmehl in der Ruhe zu Boden geſetzt hat. Hierauf wird der Brei nebſt dem abgeſetzten Stärkmehl, in kleinen Quantitäten auf ein Leinen tuch gelegt und ſtark ausgepreßt. Auch das Stärkmehl, welches ſich noch aus dem ausgepreßten Waſſer abgeſetzt hat, wird geſammelt und unter den Brei gemengt. Letzterer wird nun in den Back

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