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Die Kartoffeln : <Solanum tuberosum C. Bauh.> Deren Geschichte, Charakteristik, Nützlichkeit Schädlichkeit, Kultur, Krankheiten etc. , mit ausführlichen Angaben ihrer industriellen Anwendung / monographisch bearb. nach ... von Friedrich Berchtold . Hrsg. v.d. k.k. patriotisch-ökonomischen Gesellschaft im Königreich Böhmen
Entstehung
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toffeln, wußte, daß man ſie durch Samen fortpflanzen könne, und lehrte deren winterliche Aufbewahrung in Gruben. Auch Hoch⸗ berg in ſeinem adeligen Land- nnd Feldleben v. J. 1682, wie Joh. Colenus in ſeinem Haushaltungsbuche(Wittenberg 1692), ertheil⸗ ten den Unterricht, wie dieſe Pflanze anzubauen und zu benützen ſei. Gleichwohl müſſen die Kartoffeln nur im Kleinen von ein zelnen Perſonen und bloß hier und da in Gärten angebaut wor den ſein, denn bis zum J. 1694 findet man weiter keine Nach richten von ihnen. Auch noch im J. 1699 beſchrieb der berühmte Botaniker Elsholtz die Kartoffel als eine merkwürdige und ſeltene Pflanze, die im kurfürſtlichen Garten zu Berlin angepflanzt wäre, worin damals mehrere, jetzt freilich gewöhnliche, aber zu der Zeit ſeltene Pflanzen kultivirt wurden.(S. Wildenow's Selbſtſtudium der Botanik.)

Um dieſe Zeit erhoben ſich aber auch Streitigkeiten uber die Kartoffeln wegen der Erhebung des Zehents in der Gegend von Hof, die ihrer weitern Verbreitung eben nicht förderlich geweſen ſein mochten. Denn im J. 1715 waren ſie in der Gegend um Bai reuth noch ganz unbekannt, und der Superintendent Lairitz von Wunſiedel erregte daſelbſt in gedachtem Jahre bei einem Beſuche durch ſeine Erzählung davon zuerſt die Aufmerkſamkeit, ſo daß man ihn um die Mittheilung einer kleinen Anzahl derſelben er ſuchte, die er bald darauf auch ſandte, von welcher Zeit an ſie ſich daſelbſt immer mehr ausbreiteten.

Im Jahre 170s ſollen ſie aus England nach Mecklenburg gekommen ſein.

Nach Würtemberg(Wiſthlingſagt: nach Nürnberg) kamen im Jahre 1710 die erſten Knollen, welche Antoine Seignoret, ein Waldenſer Koloniſt, einführte.

Ueber die Zeit, um welche man die Kartoffeln in der Ober pfalz des Köonigreichs Baiern zu kultiviren angefangen, iſt es nun außer Zweifel geſetzt, daß der Stadtpfarrer Werner, ein ge borener Franke, bald nach ſeiner Ankunft 1716 zu Amberg ſie eingeführt, und Zinkl, der Anfangs Stadtkaplan zu Amberg ge⸗ weſen, dann Pfarrer zu Deining geworden(1724), dieſelben ver⸗ breitete.(S. Flora oder allg. botaniſche Zeitung; J. 1839.)

In Sachſen ſcheinen ſie bis zum J. 1717 keinen großen Beifall gefunden und ihre Kultur wenig Fortſchritte gemacht zu haben. Um dieſe Zeit brachte ſie aber der General⸗Lieutenant von Milkau, als die einzige glückliche Beute aus dem verderb⸗