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Nehls 2.. 35 v Beſchreibung der Kartoffeln im Allgemeinen
und ihre Gattungscharaktere.
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· 5 Der Erſte, welcher die Kartoffeln beſchrieb, botaniſch beſtimmte und zur Gattung der Nachtſchatten zählte, war Caſpar Bauhinz er nannte ſie den eßbaren, knolligen Nachtſchatten (Solanum tuberosum esculentum).
Die Pflanze treibt bald mehr bald weniger— zuweilen 12 bis 16— Stengel, welche bei einigen Arten eine Höhe von 6 Fuß und darüber erreichen. Die Dicke deſſelben iſt verſchieden bald ſchwach und ruthenartig, wie eine dicke Federſpule, bald von dem Umfange des ſtärkſten Mannsfingers, zuweilen walzenrund, meiſtens aber drei- und viereckigt, knotig, geflügelt, oft aufrecht, dann und wann aber auch niederliegend, zähe, theils einfach, theils aͤſtig und ungetheilt, am meiſten haarig, doch auch zuweilen glatt; bald dunkel⸗, bald hellgrün, nicht ſelten dunkelroth oder in's Blaue ſpielend, punktirt und röthlich.
Die Blätter ſind unterbrochen gefiedert, der gemeinſchaftliche Blattſtiel halb- oder walzenrund, mit feinen Härchen beſetzt, ge⸗ fiedert, aufſteigend. Die einzelnen Blättchen ſind oval, ganz⸗ randig, etwas runzelig, am Rande wellenförmig, bald glänzend, bald matt, auf beiden Seiten mit feinen Härchen beſetzt, bald dunkel⸗, bald hellgrün, die obern größer, mit mond- oder ſichel⸗ förmigen Afterblättern verſehen. Sie haben einen durchdringenden unangenehmen Geruch.
Aus den Winkeln der Blätter treiben die gemeinſchaftlichen, etwas äſtigen Blumenſtiele hervor, welche ebenfalls mit feinen Häͤrchen beſetzt ſind, und oft eine Länge von 6 Zoll und darüber erreichen. Auf denſelben ſitzen die Blüthen an Stielchen, zuweilen zu 3 bis 4, zuweilen aber auch zu 12 bis 15.
Der Kelch iſt fünfſpaltig und behaart.
Die Blume beſteht aus einem Blatte, welches vermög ſeiner fünf Einſchnitte einen Stern bildet und gefaltet iſt. Die Farbe iſt verſchieden, bald milchweiß, bald hell- oder himmelblau
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