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Der Kunstwiesenbau : praktisch dargestellt auf der hochgräflich von Nimptsch'schen Herrschaft Geiersberg, Königgrätzer Kreises in Böhmen / von Stephan Weinar
Entstehung
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fangspunkt des Waſſers bei b ergeben. Soll nun jetzt das Ge fälle für die ganze Grabenlänge beſtimmt werden, ſo geht man zu dem Einlaßpunkt beieb zurück, mißt mit der Kette in der Rich tung der nach dem erſten Nivellement nur beiläufig mit Pflöcken abgeſteckten Linie 20 Klafter und ſtellt ſich zwiſchen dem Anfangs und Endpunkte dieſer Strecke mit dem Inſtrumente ſchicklich auf. In dem Anfangspunkte wird die Nivellirlatte aufgerichtet, darnach viſirt und das Zielbrett in der Höhe des Viſirſtrahls feſtgeſtellt. Für 20 Klafter beträgt das Gefälle, wenn nämlich pr. Klafter eine Decimal-Linie angenommen iſt, 20 Linien oder= 2 Zoll; man rückt nun das Zielbrett ſo weit hinauf, daß der Streifen um 2 Zoll höher kommt, ſtellt dasſelbe feſt, läßt die Latte zu dem Endpunkte der gemeſſenen Strecke übertragen, viſirt darnach und ſchlägt den nach der Kette beſtimmten zweiten Niveaupunkt ſo weit herab, bis der Streifen des Zielbrettes mit dem Viſirſtrahle gleich hoch ſich zeigt. Dieſer Punkt liegt um das für die geſagte Diſtanz erfor derliche Gefälle tiefer. Sollte der Fall eintreten, daß der beſtimmte Niveaupunkt auf eine Anhöhe zu ſtehen kommt, ſo muß dieſelbe ſo weit abgetragen werden, bis man glaubt den zu ſuchenden Punkt aufgefunden zu haben, dann wird ein Marquir⸗-Pflock eingeſchlagen und ſo wie früher ſchon geſagt behandelt. Hierauf werden wieder 20 Klafter in der Richtung der vorgezeichneten Linie weiter ge meſſen, das Inſtrument zwiſchen den eben beſtimmten und neu zu beſtimmenden Punkt geſtellt, nach erſterem viſirt, das Zielbrett der an dieſem Punkte noch gelaſſenen Latte mit der Viſirlinie gleich hoch geſtellt, ſodann aus ſeiner Stellung um das gehörige Gefälle hinaufgeſchoben, und die Latte auf den folgenden, nach dem Vi ſirſtrahle und dem ſo gerichteten Zielbrette zu ſuchenden Punkt übertragen. Auf dieſe Art fährt man fort, bis man den Endpunkt erreicht hat.

Um jedoch ſtets in Gewißheit zu ſeyn, ob man richtig gearbeitet hat, muß man vor Beginn der Arbeit das eben beendete Nivellement noch einmal auf das Sorgfältigſte prüfen. Dieß geſchieht, indem man vom Endpunkte der ſchon abgewogenen Grabenſohle aufwärts geht und das frühere Aufwärts-Schieben des Zielbrettes um das be ſtimmte Gefälle von 2 Zoll nach unterwärts bewerkſtelligt. Trifft in dem letzten Punkte der Viſirſtrahl nicht den Streifen des am vorletzten Niveaupunkte nach dem vorgeſchriebenen Gefälle herabge rückten und feſtgeſtellten Streifen des Zielbrettes, ſo iſt dieß der