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Der Kunstwiesenbau : praktisch dargestellt auf der hochgräflich von Nimptsch'schen Herrschaft Geiersberg, Königgrätzer Kreises in Böhmen / von Stephan Weinar
Entstehung
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Sie können zuweilen 10, S, oftmals aber nur 3 bis 40 von ein⸗ ander nothwendig ſeyn. Wer eine in ſolcher Art eingerichtete Wieſe zum erſten Male ſieht, wird erſchrecken, wenn er ſie ſo durchſchnitten findet. Betrachtet er aber das Gras in vollem Wachsthum, ſo wird der auffallende Unterſchied des Graswuchſes ſeine Meinung ändern und er wirdeinſehen, daß der horizontalen Grippen oft nicht genug ſeyn können. Denn gerade unterhalb derſelben, wo das Waſſer ſich ausſchüttet, iſt das Gras oft von doppelter Länge gegen weiterhin, ſo daß man von Weitem an dieſem, in hohen Kämmen hervorſte henden Graswuchſe den Gang, den jene horizontalen Grippen neh men, genau erkennen kann. Dieſer voreilende Graswuchs gibt den un beſtreitbaren Beweis, daß nicht die Feuchtigkeit allein den Bewäſ ſerungswieſen zu Gute kommt, ſondern daß zugleich fruchtbringende Theile in großer Maſſe in dem Bewäſſerungswaſſer enthalten ſind, die ſich beſonders die nächſten Pflanzen, über welche das Waſſer läuft, aneignen, und dadurch ihre Vegetationskraft erhöhen. Es hat deßhalb ein Waſſer, welches zum Behuf der Ueberrieſelung einer Wieſenfläche ſchon gebraucht worden iſt, die Kräfte nicht mehr, wel che jedes andere beſitzt.

Eine auf die hier beſchriebene Art eingerichtete Bewäſſerungs wieſe erreicht eine größere Vollkommenheit erſt nach 3 bis 4 Jah ren, wo denn auch, wenn der gute Erfolg erſt dem Unternehmer recht ſichtbar wird, eine größere Luſt erwacht, ſelbſt eine bis ins Kleinſte gehende Genauigkeit zu beobachten. So werden dann zuletzt auch nach und nach alle die kleinen Erhebungen und Senkungen, überhaupt die Unebenheiten der Wieſe, welche immer etwas ſtörend auf die zweckmäßigſte Bewäſſerung einwirken und welche das Be wäſſerungswaſſer an einigen Stellen immer noch hindern, ſich in der beſtmöglichſten Art auszubreiten, ganz verſchwinden. Hierdurch wird zugleich der Ertrag der Wieſen verbeſſert und ihnen mit der Zeit ein dem Auge erfreulicheres Anſehen verſchafft, was be ſonders im Anfange einer ſolchen Cultur-Operation aus dem ganz einfachen Grunde nicht der Fall ſeyn kann, weil man bei der Pla nirarbeit gewöhnlich nur das Nothwendigſte geſchehen läßt, um Zeit und Kraft für die weiteſte Ausdehnung der Haupt-Cultur Operation zu behalten, und dabei nur recht große Flächen aus dem ganz rohen Zuſtande herausheben läßt, da damit zu An fang doch immer das Meiſte gewonnen werden kann. Die mir im Laufe der Zeit, während ich die Bewäſſerungseinrichtungen hier