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Der Kunstwiesenbau : praktisch dargestellt auf der hochgräflich von Nimptsch'schen Herrschaft Geiersberg, Königgrätzer Kreises in Böhmen / von Stephan Weinar
Entstehung
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der Ebene des zu nivellirenden Terrains ſelbſt ſachte aufſtelle, ohne hierbei aufzudrücken. Sollte derſelbe die Latte ſchief halten, ſo muß er ſogleich zurecht gewieſen werden, da nur von einer richtigen Vi ſur vollſtändig genaue und brauchbare Arbeit erwartet werden kann.

Iſt nun die Richtung der kleinen, horizontalen Grippe beſtimmt und die Breite derſelben mit den erwähnten Marquir-Pflöcken be zeichnet, ſo wird längs den Stäben die Schnur ſcharf angeſpannt und nach derſelben mit dem Grabſcheid der Raſen bis auf 3 Stärke abgeſtochen, dieſer 5 breite Raſen alsdann in beliebig lange Stücke getrennt und mit dem unter Tafel II Fig. 2 berührten Raſenab ſchäleiſen ausgehoben.

Mit dem Herausſtechen oder Herausheben des Raſens iſt es aber noch nicht abgethan, ſondern es kommt noch eine Arbeit bei dieſen Grippen vor, auf die man ſein Hauptaugenmerk mit zu rich ten hat und wobei man es an Fleiß und möglichſter Genauigkeit nicht fehlen laſſen darf. Ich habe vorhin zu zeigen mich bemüht, daß die eingeſchlagenen Marquir-Stäbe die genaue horizontale Ebene bezeichnen; indeſſen iſt oft der Raſen zwiſchen dieſen Merkzeichen nicht von gleicher Höhe, beſonders bei verſäuerten Wieſen, wo dann zwiſchen jenen Punkten zuweilen bedeutende Vertiefungen vorkom men, in denen das Waſſer, welches den horizontalen Grippen zu geführt wird, herausrinnen muß. Dieſe Vertiefungen müſſen auf der unterſten Seite der Grippe, wo nämlich das Waſſer überrie ſeln ſoll, mit ſchwachem Raſen in ſo gleichmäßiger Art ausgeſetzt werden, daß nicht die geringſte Unebenheit entdeckt werden kann und daß der Rand der Grippe genau eine horizontale Ebene zwi ſchen jenen Punkten hält. Sollte ſich jedoch beim nachherigen Waſ ſerzufluß zeigen, daß man dieſe horizontale Ebene dennoch nicht ge nau getroffen hat, ſo muß ſogleich nachgebeſſert werden und man darf als bei einem der Hauptfundamente der ganzen Bewäſſerungs art gar nicht ermüden, die allergrößte Sorgfalt hierbei anzuwenden.

Die obere Seite dieſer horizontalen Grippen braucht nicht mit derſelben Sorgfalt gearbeitet zu werden, da dahin kein Waſſer ſich ergießen, ſondern hauptſächlich von dorther kommen ſoll. Bemerkt man jedoch hier zu große Vertiefungen, ſo muß der Raſen aufge hoben, unterfüttert und die Stelle wieder mit demſelben Raſen be legt werden. Der Ueberrieſelung hinderliche Erhebungen des Wie ſengrundes laſſen ſich hier eben ſo wenig, als unterhalb der hori⸗ zontalen Grippe erwarten, da dieſelben ſchon früher und zwar noch vor Anfertigung der erwähnten Grippen fortgeſchafft werden mußten.