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müßte. Noch ſtärker aber als 10“ wird das Gefälle, wenn hierbei noch die Maſſe Waſſers in Betracht kommt, welche im Bache über deſſen Sohle ſich vorfindet. Von dieſem Punkte g aus wird das Waſſer ebenfalls, wenn man kein nothwendiges Gefälle zu berück— ſichtigen hat, durch einen ähnlichen Graben in der Erde fortge⸗ ſchafft, ſo daß der Bord desſelben bei a 1“, bei b 3“, bei c 2⁄ unter der nebenliegenden Wieſe ſtehen würde, wogegen das Waſſer von c nach d, wo ſich die erwähnte Vertiefung befin— det, welche 3“ unter dem Punkte g liegt, 3“ fallen müßte, um hier nicht auszuufern. Jetzt kann ſich das Waſſer nicht wieder heben; denn wollte man dasſelbe von d nach e und f haben, ſo bliebe es in dem Graben mit ſeinem Bord bei ſe um 4“, bei f um 5“ tiefer, als die nebenbefindliche Wieſe. Aber, wie ge— ſagt, ich habe ganz unberückſichtigt gelaſſen, daß dem Waſſer, welches von g nach f hingeleitet werden ſoll, einiges Gefälle hätte gegeben werden müſſen, und da wäre dasſelbe in f eigent— lich noch niedriger zu ſtehen gekommen.
Nach dem eben Geſagten hätte ein ſolcher Graben hinſichtlich der Bewäſſerung weiter keinen Nutzen, als daß aus demſelben ei— nige tiefer gelegene Plätze bewäſſert worden wären. Selbſt wenn die Wieſe einen lockern Untergrund hätte, ſo ließe ſich zwar von dem Ausſaugen des in dem Graben befindlichen Waſſers ei— niger Nutzen erwarten, es bliebe aber eine zweckmäßige Ueberrieſelung ganz undenkbar. Wie wollte man ohne Anwendung von Maſchi— nerieen(deren Gebrauch ich hier ausgeſchloſſen ſeyn laſſe) das Waſſer den auf der Wieſe befindlichen höhern Punkten zuführen? Auf welche Art würde man ſelbſt bei den Punkten a, b und e, gleich neben dem Graben, die Wieſe mit Waſſer verſehen können? Denn in dem Augenblicke, wo man das Waſſer anſpannen wollte, würde es rückwärts being und a eher übertreten, als bei den höhern Punkten überfließen. Es iſt unmöglich, das Waſſer aus ſolchen in der Erde gezogenen Gräben vermittelſt Aufſtauung nach höher gelegenen Punkten zwingen zu wollen, da dasſelbe jederzeit zunächſt die Vertiefungen ſuchen würde; und wenn man das Aufſtauen zu weit treiben wollte, ſo würde das Waſſer vielleicht ſchon an Stel— len oberhalb der Wieſe austreten, was nicht nur die Bewäſſerung vereiteln, ſondern noch mancherlei Unannehmlichkeiten mit den Anrainern herbeiführen könnte.
Dennoch iſt es möglich, das Waſſer auf alle Punkte der Wieſe zu bringen und allen vorgedachten Inconvenienzen zu be—


