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Bericht über die am 27sten Januar 1843 in der Aula der Königlichen Thierarzneischule zu Berlin stattgefundene Versammlung von Landwirthen und Thierärzten : behufs Austausches der Erfahrungen und Ansichten über die Ansteckungsfähigkeit und Gelegenheits-Ursachen der Lungenseuche des Rindviehes
Entstehung
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Wiewohl ich bis jetzt an der Richtigkeit meiner Anſicht von der Lungenſeuche nicht zweifle, ſo werde ich mich doch gerne da, wo ich irrte, durch Gründe eines Beſſern belehren laſſen. Möchte es doch bald gelingen, ſolche Mittel zu entdecken, welche mindeſtens dem ver⸗ heerenden Umſichgreifen der Krankheit Schranken ſetzte!

Lichtenberg bei Berlin, den 31ſten Januar 1843.

L.

Bericht des Ober-Amtmanns Engelbrecht zu Dalheim an

Sr. Exellenz den wirklichen Geheimenrath und Ober⸗Präſiden⸗

ten Freiherrn von Vincke, betreffend die Lungenſeuche des Rindviehes.

Indem ich Ew. Exellenz die anliegende hochverehrliche Marginal⸗ Verfügung nebſt Anlagen hierneben zurück reiche, bemerke ich, daß meine hier gemachten Erfahrungen über die Anſteckungsfähigkeit der Lungenſeuche des Rindviehes, den Reſultaten der im Oberbarnimſchen Kreiſe des Frankfurther Regierungs-Bezirks angeſtellten Verſuche wi⸗ derſprechen.

Nach den beiden, von dem Dr. Kuers zu Möglin entworfenen Berichten, über die zur Ermittelung der Anſteckungs⸗Fähigkeit und Gelegenheits-Urſachen der Lungenſeuche des Rindviehs angeſtellten Verſuche, iſt es faſt als erwieſen anzunehmen, daß die Lungenſeuche nicht anſteckend iſt.

Da dieſe Anſicht, wenn ſich dieſelbe durch fortgeſetzte Verſuche im Oberbarnimſchen Kreiſe noch ferner beſtätigen ſollte, in ſanitätspoli⸗ zeilicher Beziehung ſehr gefährlich werden könnte, ſo nehme ich Ver⸗ anlaſſung hier zu beweiſen, daß die Lungenſeuche des Rindviehs in hieſiger Gegend wirklich anſteckend iſt und von allen Brennerei⸗ Beſitzern, beſonders in dem benachbarten Kurheſſen, als der furcht⸗ barſte Feind der Maſtſtälle gefürchtet wird.

Bis zum Jahre 1834 war die Lungenſeuche des Rindviehs auf der hieſigen Domaine und in den benachbarten Ortſchaften ſeit Men⸗ ſchengedenken nicht vorgekommen und kaum dem Namen nach bekannt.