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Bericht über die am 27sten Januar 1843 in der Aula der Königlichen Thierarzneischule zu Berlin stattgefundene Versammlung von Landwirthen und Thierärzten : behufs Austausches der Erfahrungen und Ansichten über die Ansteckungsfähigkeit und Gelegenheits-Ursachen der Lungenseuche des Rindviehes
Entstehung
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Im Monat Auguſt 1834 kaufte ich auf dem Viehmarkte zu Arol⸗ ſon 4 Stück Maſtochſen, welche dem äußern Anſcheine nach ganz ge⸗ ſund waren. Vier Wochen nach dem Ankaufe erkrankte einer von dieſen Ochſen und ſchien an Verſtopfung zu leiden. Ich ließ dem Pa⸗ tienten Abführungsmittel geben, allein die Mittel wollten nicht wirken und nach drei Tagen wurde das Thier, während meiner Abweſenheit früh Morgens todt im Stalle gefunden. Da die ganze Heerde von 46 Stück Ochſen, welche noch auf die Weide ging, geſund und in vor

zuglich gutem Stande war, ſo wurde der eine Sterbefall nicht weiter beachtet und ich wurde erſt aufmerkſam, als mir der Hirt anzeigte, daß der Kamrad des krepirten Ochſen auch an Verſtopfung leide. Ich renen Thierarzt kommen und nachdem die Ochſenheerde unterſucht war, erklärte derſelbe, daß ſich bei mehren Ochſen Symp⸗ tome der Lungenſeuche zeigten, die ich ſelbſt noch nicht kennen gelernt atte. Der erkrankte Ochſe wurde geſchlachtet und es ergab ſich, daß er eine Lungenflügel an den Rippen feſtgewachſen und auf die, die Lungenſeuche charakteriſirende Weiſe entartet war. Aller angewandten Mittel ohnerachtet griff die Krankheit jetzt ſchnell um ſich: es erkrank

ließ einen erfo

ten bis Mitte Oktober 18 Stück Ochſen, wovon 11 Stück eingingen.

Beim Ausbruche der Krankheit wurden die Ochſen aus den Maſt⸗ ſtall genommen und in einem, hundert Schritt von dem Kuhſtalle, in welchem das Zuchtvieh ſtand, entfernten Schaafſtalle aufgeſtellt. Die Ochſen waren auch vor Ausbruch der Krankheit mit dem Zucht⸗ vieh nicht in Berührung gekommen.

Gegen Ende Oktobers ſchien die Krankheit ihre Endſchaft erreicht zu haben, alle Ochſen fingen wieder an mit vielem Appetit zu freſſen und beſſerten ſich täglich, ſo daß gegen Mitte December die Hälfte der Ochſen ſchon ſchlachtbar war, an die Krankheit nicht mehr gedacht und die ſtrenge Abſonderung des Zuchtviehs von den Maſtochſen nicht mehr beachtet wurde.

Im Anfang December ließ ich von dem Vorwerke Huſen zwei alte Zugochſen und einen dritten Ochſen, den ich von einem Bauer in Huſen gekauft hatte, nach Dalheim holen und bei den übrigen Maſtochſen ſtellen. Dieſe drei Ochſen, die aus einem völlig geſunden Orte kamen, in welchem vor und nachher nie die Lungenſeuche ge herrſcht hat, wurden, nachdem ſie drei Wochen zwiſchen den Dalheimer Maſtochſen geſtanden hatten, krank, und die Krankheit nahm einen ſo

rapiden Fortgang, daß alle drei Ochſen nach acht Tagen todt waren.