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Bericht über die am 27sten Januar 1843 in der Aula der Königlichen Thierarzneischule zu Berlin stattgefundene Versammlung von Landwirthen und Thierärzten : behufs Austausches der Erfahrungen und Ansichten über die Ansteckungsfähigkeit und Gelegenheits-Ursachen der Lungenseuche des Rindviehes
Entstehung
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63 ſtattfand, geſundes Vieh aus fremden Orten in Ställe gebracht wer den, worin ſich viele lungenkranke Thiere befinden.

Daß das Futter theilweiſe mit Urſache von ſchweren Lungenkrank⸗ heiten iſt: deſſen bin ich auch gewiß.

Mein Gehöft war abgebrannt. Ich ſah mich genöthigt, von der Erndte des Jahres 1834 viel Getreide in Miethen zu ſetzen, in denen das Stroh dumpfig ward; ein gleiches fand mit dem, übrigens trocken geborgenen, Kleeheu ſtatt, welches ich in den neuen Kuhſtall brachte. Die nachtheiligen Wirkungen, welche von mir in vergleichender Weiſe beobachtet wurden, waren augenſcheinlich.

Nicht minder hat Erfahrung mich gelehrt, daß ein plötzlicher Fut⸗ terwechſel, der ſchnelle Uebergang von mäßiger zu kräftiger Fütterung, welches hier bei Berlin faſt überall vorkömmt, eine mitwirkende Ur⸗ ſache des Uebels ſein dürfte.

Die Kartoffel iſt im Ganzen ein recht geſundes und kräftiges, Milchbringendes Futter für Rindvieh, jedoch im Uebermaaße gefüttert, behaupte ich, daß ſie Lungenkrankheiten erzeugt. Die hieſigen Bauern, welche ihren Kühen viel gekochte Kartoffeln geben, haben überwiegend mit dem Uebel zu kämpfen, ſo lange jenes anhält; beim Grünfutter kommt es viel ſeltener vor.

Schlempe, bei regelmäßigem Brennereibetrieb, wenn die verwen⸗ deten Kartoffeln geſund, nicht lang ausgekeimt, gewaſchen, die Maiſche gehörig ausgegohren, bildet nach meiner Erfahrung keine veranlaſſende Urſache der Lungenſeuche, ſofern ſie, wie ich das vorausſetze, nicht im Uebermaaße, nicht über 24 Stunden alt verfüttert, und der Behälter, worin man ſie aufhebt, ſehr oft gereinigt wird. Wie ich früher an der Elbe wirthſchaftete, habe ich ſogar meine Kälber mit Schlempe aufgezogen. Nachdem ſelbige 4 6 Wochen Milch bekommen hatten, wurden ſie allmählig an jene gewöhnt, bis ſie den erſten Winter hin⸗ durch neben Heu und Hafer nur Schlempe zu ſaufen erhielten. Den folgenden Sommer führte ich ſie auf die Weide. Im zweiten Winter fütterte ich wieder nur Schlempe mit ihnen u. ſ. w. Die ſo aufge zogenen Thiere, mindeſtens 50, gediehen vortrefflich und ich habe ſel⸗ bige 10 15 Jahre als Milchkühe benutzt. Es ſoll hier nicht gerade die Schlempefutterung für Zuchtkälber empfohlen werden, ich möchte durch die Erzählung dieſes Factums nur den Beweis beſtärken, daß Schlempe, mäßig gegeben, geſundem Vieh nicht ſchadet, wenn ich mich dagegen anderer Seits verſichert halte, daß bei zu Lungenkrankheiten disponirtem Viehe Schlempe das Uebel hervorzurufen vermag.