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Im Jahre 1835 erkrankten mehre meiner Kühe ſehr ſchnell hin⸗ tereinander, ohne alle vorhergegangenen Zeichen eines Unwohlſeins. Nach 8 Tagen waren bereits einige derſelben verendet, und das Uebel hatte ſich inzwiſchen unter den ganzen 80 Haupt großen Stapel ver⸗ breitet. Kamen auch Fälle vor, wo deſſen Ausgang ſich mehrere Wochen hinzog, ſo war doch in der Regel zwiſchen dem Befallen und dem eintretenden Tode ein nur ſehr kurzer Zwiſchenraum; buchſtäblich ſtarben manche Thiere mit dem Heu im Maule.
Alle angewandten Mittel blieben ohne Erfolg. Zu verſchiedenen Zeiten während der Krankheit angekaufte Kühe mußten auch daran glauben.
Nachdem das Uebel dem Anſcheine nach gewichen war— etwa 6 Wochen nach deſſen Ausbruch— ließ ich den ganzen, erſt vor einem halben Jahre neu erbauten Stall reinigen, das Pflaſter, die Krippen ꝛc. mit heißem Waſſer zu wiederholten Malen abwaſchen, dieſe und das ganze Innere des Gebäudes mit Kalk übertünchen, auch oft und ſtark räuchern. Erſt als alles dies geſchehen war, glaubte ich mit Sicher⸗ heit friſches Vieh wieder in den Stall bringen zu können. Was ge⸗ ſchah? Obwohl die Schlempefuͤtterung aufgehört hatte und jetzt nur Grünes gefüttert ward, wurden doch binnen kurzem von den neu auf⸗ geſtellten Thieren wieder mehre, wenn auch nicht ſo raſch und heftig wie früher, leidend; ich mußte verſchiedene abſchaffen; die Krankheits⸗ fälle dauerten den ganzen Sommer hindurch und zogen ſich bei ein⸗ zelnen bis in den Winter hin.
Eine kleine Anzahl, vor der Benutzung des großen Stalles, in einen Nebenſtall gebrachter Kühe, die ein beſonderer Wärter fütterte und molk, welche nicht in Berührung mit dem übrigen Viehe kamen, blieben geſund. Sobald ich jedoch einige derſelben in den Hauptſtall hinübergenommen, wurden mehre, bei ganz gleichem Futter, wie ſie früher erhalten hatten, krank.
Seit dem hier geſchilderten ſeucheartigen Auftreten der Krankheit hat ſich ſelbige bei mir nach und nach in ein gelindes Lungenübel modificirt, woran meines Erachtens faſt jedes Stück Rindvieh mehr oder minder laborirt.—
Von der Anſteckungsfähigkeit der Lungenſeuche bin ich, wie geſagt, an meinem Theile überzeugt. Was die Ermittlung derſelben durch Verſuche anlangt: ſo mußten dieſe wohl, wie vorgeſchlagen, ſofern ſie ein wirkliches Reſultat ergeben ſollen, in verſchiedenen Provinzen und auf verſchiedene Weiſe gemacht, namentlich müßte, wie das bei mir


