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Bericht über die am 27sten Januar 1843 in der Aula der Königlichen Thierarzneischule zu Berlin stattgefundene Versammlung von Landwirthen und Thierärzten : behufs Austausches der Erfahrungen und Ansichten über die Ansteckungsfähigkeit und Gelegenheits-Ursachen der Lungenseuche des Rindviehes
Entstehung
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men, nicht allein ihr Leben und Gedeihen erhalten und bewirken,

ſondern daß dies noch in ſehr hohem Grade durch die Witterung

und nächſte atmosphäriſche Luft und deren Gefolge, an Staub, ſchädlichen Nebeln, Duͤnſten, Thauen dc., welche auf Nahrung und

Körper einen weſentlichen Einfluß üben, bedingt wird; woraus es ſich dann wohl mit Recht erklären läßt, daß das eine Thier zu dieſer, das andere zu jener Krankheitsanlage Geneigtheit habe. Wird nun die Anlage zu einer Lungenkrankheit durch die angedeute⸗ ten Witterungsverhältniſſe noch mehr ausgebildet, dann bedarf es meines Erachtens nur eines einfachen Anlaſſes, um die Lungenſeuche, welche bei ihrem erſten Entſtehen nur eine Lungenentzündung genannt werden kann, bei denjenigen Stücken des Rindviehes zum Ausbruch kommen zu laſſen, welche eine beſondere Diſpoſition zu dieſer Krank⸗ heit in ſich tragen.

Dieſe Krankheitsausbildung erfolgt aber ſeit der Zeit weit leich⸗ ter, wo dem Landmann die Wohlthat des Steinſalzes für ſeine Vieh⸗ ſtände ſo ſehr vertheuert, zuletzt ſogar entzogen worden iſt. Das ihm dafür gebotene Surrogat des gemiſchten Salzes, was ohne manchar⸗ tige Weitläuftigkeiten auf den Salzniederlagen nicht einmal zu haben iſt, wird nie dem beabſichtigten Zwecke, in Betreff der Rindviehſtände, entſprechen, aus dem natuͤrlichen Grunde:

weil es vom Vieh nicht gern gefreſſen wird, weil es freſſen muß,

wenn man es ihm verabreicht, wohingegen dieſes durch Lecken am

Salzſteine ſtets das naturgemäße Bedürfniß befriedigt wird, was

vermöge der Witterungseinflüſſe auf Nahrung und Körper bald

ſtärker bald ſchwächer iſt.

Den Anlaß zum Ausbruch der Krankheit können meines Dafür⸗ haltens theils geben:

Erhitzung auf weiten Triften bei heißer Witterung und darauf

erfolgendes gieriges Saufen;(welche Umſtände auch zum Aus⸗

bruch der Krankheit auf dem hieſigen Gute beſonders eingewirkt zu haben ſcheinen, zumal das Hütungsrevier bergigt iſt, wenn gleich das Vieh faſt täglich an die Havel kommt);

zu kaltes Saufen in harten Wintern bei ſehr warmen Ställen; theils kann er aber auch noch durch diejenigen Umſtände herbeigeführt werden, welche der ꝛc. Rohlwes bei der Lungenſeuche als Urſachen ihrer Entſtehung angegeben.