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Bericht über die am 27sten Januar 1843 in der Aula der Königlichen Thierarzneischule zu Berlin stattgefundene Versammlung von Landwirthen und Thierärzten : behufs Austausches der Erfahrungen und Ansichten über die Ansteckungsfähigkeit und Gelegenheits-Ursachen der Lungenseuche des Rindviehes
Entstehung
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des Mittags und Abends jedesmal ein halbes Quart mit zwei Loth Pulver.

Zum Futter erhielt daſſelbe, jedesmal nach ſeiner Freßluſt, gutes Heu vorgelegt und zum Saufen lauwarmen Weizenklei⸗Trank im Stall, jeden Eimer, nach Vorſchrift des Rohlwes, mit vier Loth Sauerteig oder vier Loth Eſſig beigemiſcht. Demjenigen Vieh aber, was das Freſſen und Saufen gänzlich verſagte, ward an Futter nichts verabreicht, wohl aber wurden demſelben täglich dreimal die vor⸗ gedachten arzeneilichen Eingaben gemacht und zweimal von dem Kleitranke, jedesmal zwei bis drei Quart, lauwarm eingegoſſen.

Ein paar Fälle, wo ſich noch Verſtopfung hinzugeſellte, wurden noch mit Klyſtiren, wie ſie der Rohlwes in der 6ten Abtheilung, im 2ten Kapitel,von der Verſtopfung oder Darmgicht vorgeſchrieben hat, behandelt.

Die ſtark erkrankten Häupter wurden täglich wenigſtens einmal mit Stroh abgerieben, Naſe, Maul und Augen mit lauwarmen Waſ⸗ ſer abgewaſchen; der Dünger wurde ein um den andern Tag aus dem Stall entfernt, der Stall ſelbſt aber täglich öfters gelüftet, je⸗ doch ſo, daß kein Zugwind entſtand, welcher den ſchwer Erkrankten eine unangenehme Empfindung zu erregen ſchien.

Stallräume, um einen Krankenſtall zu etabliren, beſaß das Gut nicht. Der Rindviehſtall, worin das Vieh ſtand und noch jetzt ſteht, iſt ein langes Gebäude von geringer Tiefe, durch deſſen ganze Länge nur ein Futtergang führt, woran zu beiden Seiten die Viehſtände ſind, der jedoch ſo breit iſt, daß das gegenüberſtehende Vieh ſich gegen⸗ ſeitig nicht belecken kann. In dieſem Stalle ſtand das geſunde, leicht, ſchwer, ja tödtlich erkrankte Vieh untereinandergemiſcht. Ohngeachtet deſſen, obgleich ich vielleicht zu ängſtlich verfahren ſein mag, hatte ich doch die große Freude, durch die von mir vorbeſchriebene, aufmerk⸗ ſame und ſorgſame Behandlung von Achtzehn erkrankten Häuptern Rindvieh, die am Freſſen bedeutend nachließen, worunter ſogar drei oder vier Stück in ein Paar Tagen nicht das Mindeſte mehr fraßen, nicht ein einziges Stück zu verlieren, ohne derjenigen Stücke, die bloß vom Huſten befallen waren, weiter zu gedenken. Dieſe achtzehn Stücke blieben beim Einholen der Luft mehr und minder beengt, wurden ſucceſſive angefüttert, wurden zum Theil ſehr fett und dann verkauft, auch einige davon in der Wirthſchaft geſchlachtet. Bei die⸗ ſen letztern ward ebenfalls eine Verletzung der Lunge wahrgenommen,