53 nellen) ein Eiterband oder Haarſeil vor die Bruſt gezogen, wozu ſich die Vorſchrift im Schlußanhange zum gedachten Thierarzneibuche ad 3 „vom Legen der Fontenellen und vom Ziehen der Haarſeile,“ aufge⸗ führt findet. Hierauf wurde Anfangs
a) dem geſunden Vieh von der Abkochung von fein geſtampfter oder gemahlener Eichenrinde (ein Pfund Eichenrinde mit zehn Quart Waſſer gekocht) und von dem Pulver, beſtehend aus:
Gartenraute
Kalmuswurzel
Wachholderbeeren
Rothe Enzianwurzel, von jedem ſechs Loth
Teufelsdreck, vier Loth täglich ein Trank von einem halben Quart mit zwei Loth Pulver vermiſcht, eingegeben. Nach Verlauf einiger Tage wurde dieſe Ein— gabe gänzlich wieder eingeſtellt und nur bei ſolchen Häuptern Vieh angewendet, wo die Eiterbänder keine beſondere Anſchwellungen wahr⸗ nehmen ließen, mithin keine wünſchenswerthen Wirkungen hervorge⸗ bracht hatten; es wurde ferner auch bei Nacht eine Wache im Stalle angeordnet, um von jeder Veränderung genau unterrichtet zu ſein. Dies Vieh erhielt ſein gewöhnliches Futter an Heu und Hechſel und wurde auf dem Hofe am Tränktroge mit reinem Waſſer getränkt;
b) dem mit Huſten befallenen, noch die gewöhnliche
Freßluſt zeigenden Vieh:
wurde täglich zweimal ein halbes Quart von dem ad a. gedachten Trank, jede Gabe mit zwei Loth Pulver vermiſcht, eingegeben. Dieſe Stücke wurden mit lauwarmem Trank von Weizenkleie im Stall getränkt und erhielten öfter, in geringen Gaben, gutes Heu zum Futter;
c) das Vieh, bei welchem die Freßluſt ſich vermin⸗
dert hatte:
ſollte gleichfalls täglich zweimal ein halbes Quart Eichenrinde⸗Abko⸗ chung mit zwei Loth Pulver vermiſcht, erhalten; aus einem Verſehen aber waren ihnen ſtatt zwei Loth Pulver— vier Loth deſſelben— beigemiſcht worden. Bei der Wahrnehmung dieſes Irrthums und damit er keine nachtheilige Folgen mit ſich führe, wurden nun die Einga— ben von Eichenrinde⸗Abkochung und Pulver folgendermaaßen angeordnet:
des Morgens ein halbes Quart mit vier Loth Pulver;


