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ſeuche befallen ſei, wodurch eine große Anzahl deſſelben hingerafft werde.
Der Rindviehſtand des hieſigen Guts, welcher, incluſive 7 Ochſen, aus etwa 70 Häuptern beſtand, war zu jener Zeit, dem Anſchein nach völlig geſund, gleichwohl ordnete ich für denſelben, als Präſervativ, 1 einen Aderlaß an, weil ich mir dieſe Krankheit, bei ihrer Entſtehung, nur als eine Lungenentzündung dachte, deren Beſeitigung, durch Ab⸗ zapfung von Blut, beſchleunigt werden müßte. Mit Ausführung dieſer Maasregel, womit ich den Königl. Beſchlagſchmied Schröder beauftragt hatte und welcher dieſelbe an einem Tage unternahm, wo ich anderweit beſchäftigt war, war ich freilich nicht ganz zufrieden, weil er jedem Haupte ungefähr nur ein halbes Quart Blut entzogen hatte.
Das Vieh ging nach wir vor auf die Weide und ließ lange Zeit
nachher keine Krankheitsſpur an ſich wahrnehmen; etwa gegen den
Herbſt aber wurden zwei Ochſen vom Huſten befallen und erkrankten
und ſo ſucceſſive auch ſechs Kühe. Ich hatte von Anfang an die Behandlung des erkrankten Viehes dem hieſigen Thierarzt Pfeil übertragen, allein ſieben Stück crepirten, das achte, eine Kuh, ließ ich tödten und forderte die ſtädtiſche Polizei-Behörde zur näheren Beur⸗ theilung der Krankheit auf, wozu ich mich bei der Lage des Guts, in der Vorſtadt einer volkreichen Stadt, deren Bewohner mit demſelben wegen deſſen Erzeugniſſe im ſteten Verkehr ſtanden und um jedem üublen Urtheile vorzubeugen, veranlaßt fühlte; allein jene Behörde er⸗ kannte die Krankheit nicht für die Lungenſeuche, wenn gleich der rechte Lungenflügel der getödteten Kuh, zu Zweidrittel ſeiner Länge (von vorn angerechnet) und wenigſtens fünffach ſtärker war, als der noch geſunde Theil deſſelben und eine ganz dunkelbraune Farbe hatte. Nachdem ich mich inmittelſt in Groß-Beeren und Falkenhagen, wo noch einige Krankheitsfälle vorkamen, mit den Krankheits⸗Symptomen näher bekannt gemacht hatte, entließ ich den Thierarzt und unterzog mich der Behandlung des Viehes ſelbſt, wobei ich mir die von dem Thier⸗ arzte Rohlwes in ſeinem Thierarzeneibuche(eine von der Märkiſchen Oekonomiſchen Geſellſchaft, zu Potsdam gekrönte Preisſchrift) bei der ſechsten Abtheilung: von den Urſachen, Kennzeichen und Heilung der innerlichen Krankheiten des Rindviehes und zwar im Anhange ad. „von der Lungenſeuche, Lungenfäule dc.“ in der erſten Periode gege⸗ benen Vorſchriften größtentheils habe zur Richtſchnur dienen laſſen.
Sämmtliches Vieh wurde im Stalle behalten und jedem Stück, ob vom Fuſten befallen oder nicht,(ſtatt der vorgeſchriebenen Fonte⸗


