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Ich bin daher durch 27jährige Erfahrung der Meinung, daß
1) Korn und Kartoffelſchlempe, rein abgegohren und gut abgebrannt, ein vorzügliches Futter für Rindvieh iſt und nur dann
2) zur Entſtehung der Lungenſeuche beitragen kann, wenn die Schlempe tadelhaft war oder in zu großen Maſſen, bei weni— gem Rauhfutter, gegeben wurde, wie dies auch bei andern Fut— terarten der Fall ſein wird und muß.
Uebrigens halte ich die Lungenſeuche— am beſten von dem Kam⸗ merdirektor Plathner in den Schleſiſchen Annalen beſchrieben— für anſteckend, und bin mit jenem der Meinung, daß es hohe Zeit iſt, Seitens des Staats, Mittel gegen weitere Verbreitung derſelben in Anwendung zu bringen und dadurch den enormen Verluſt an Rind⸗ vieh zu vermindern.
Endlich mache ich zur Unterſtützung meiner oben angegebenen Meinung, noch auf einen Aufſatz über Erfahrungen bei der Schlem⸗ pefütterung von Herrm. Niedner in Pohls Archiv, Bd. 1. Ja⸗ nuar— Juni 1842 aufmerkſam und werde mich freuen, recht bald mit den Reſultaten der Berathung am 27ſten c. bekannt zu werden ꝛe.
Kützkow bei Brandenburg, den 23. Januar 1843.
Paalzow, Rittergutsbeſitzer.
C.
Beurtheilung der Lungenſeuche des Rindviehes ꝛc., in Ge⸗ mäßheit der Aufforderung des Königl. Landes⸗Oekonomie⸗ Collegiums vom 7. Decbr. 1842. Vom Oberamtmann Wendler zu Rittergut Potsdam.
Möge es mir vergönnt ſein, mit meinen über dieſen Gegenſtand
gemachten Verſuchen und Wahrnehmungen hier den Anfang machen zu dürfen.
1. Verſuche und Wahrnehmungen.
In den Jahren von 1813 bis 1818— genau weiß ich dies nicht mehr anzugeben— kam es zu meiner Kunde, daß in Groß-Beeren, Teltower Kreiſes, Falckenhagen, jetzigen Oſthavelländiſchen Kreiſes und in mehreren entfernten Ortſchaften das Rindvieh von der Lungen⸗
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