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Epidemieen häufig die Beobachtung gemacht hat, wie ſie von Oſten nach Weſten gehen.
Geh. Medicinalrath Auguſtin: Wo einmal die Lun⸗ genſeuche ausbricht, da werden immer die meiſten Thiere,, ergriffen werden. Eben wegen dieſes langſamen Verlaufes wünſchte ich, daß die auf die Contagiöſität abzielenden Ver— ſuche verlängert werden möchten.
Landesoeconomierath Thaer: In den von den ver⸗ ehrten Rednern aufgeführten Thatſachen finde ich keinen Grund zu den daraus gezogenen Schlüſſen für die Contagiöſität, ſon⸗ dern es ſcheint mir darin mehr ein Beweis des Gegentheils zu liegen. Das langſame, Jahre lange Fortſchreiten der Seuche in einer Heerde erlaubt wohl den Schluß, daß die Seuche von localen nachtheiligen Umſtänden, von Futter und Weide her⸗ rührt, und bei einem Thiere früher, bei dem anderen ſpäter, durch die der Krankheit widerſtrebende Kraft der Thiere über⸗ wunden wird. Wenn je Seuchen aber, wie geſagt worden, durch Winde von Oſten nach Weſten verbreitet werden, ſo ge⸗ hen ſie nicht den langſamen Gang, ſie erſcheinen vielmehr ſchnell und verſchwinden wieder ſchnell.
Prof. Hertwig: Wir finden aber doch ſelbſt da, wo ein ſixer Anſteckungsſtoff vorhanden, die Verbreitung oft ſehr langſam. Wie lange z. B. dauert es, ehe die Schafpocken in einer Heerde aufhören, wenn ſie auf natürlichem Wege aus⸗ gebrochen ſind?
Landoeconomierath Thaer: Gewöhnlich 6 Wochen.
v. Bredow⸗Schwanebeck: Fünf Wochen.
Dr. Kuers: Für die Anſicht, daß die Lungenſeuche ſich nicht auf dem Wege der Anſteckung verbreitet, ſcheint dieſes Jahr einen bedeutenden Beweis zu geben. Im größeren Um⸗ kreiſe meines Wohnortes, und namentlich im Oderbruche, wo ſonſt die Seuche faſt nie aufhörte, iſt ſie in dieſem Jahre wie verſchwunden. Daſſelbe ſoll auch in der Umgegend von Ber⸗ lin der Fall ſein, worüber gewiß mehrere der hier anweſenden Herren Aufſchluß geben können. Die wenigen zu meiner Kennt⸗ niß gekommenen Seuchfälle hatten entweder ihren Entſtehungs⸗


