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dem einen Verſuchsthiere waren allerdings Tuberkeln vorhan⸗
den, aber umgeben von dichtem, ſie vom benachbarten geſun⸗
den Gewebe der Lunge abgrenzenden, Zellgewebe. Derglei⸗ chen Entartungen trifft man in vielen Fällen, ohne daß die
Lungenſeuche graſſirt; ſie lieferten alſo keinen Beweis für die
geſchehene Anſteckung.
Landoeconomierath Thaer: Es iſt allerdings in Be⸗ tracht zu ziehen, daß das Futter, welches wir bei unſeren Ver⸗ ſuchen gegeben haben, von ausgezeichneter Qualität war; ſolch Futter kann wohl ſelten Jemand ſeinem Viehe auf die Länge der Zeit verabreichen. Nach meiner Anſicht müſſen nun, um die Extreme zuvörderſt einander gegenüber zu ſtellen, die Ver— ſuche zur Erzeugung der Krankheit mittelſt verdorbenen Fut⸗ ters folgen, und dann fernere Verſuche, um zu ermitteln, ob eine Anſteckung unter gewiſſen Bedingungen erfolgen könne.
Präſident: Die Erörterung wendet ſich den auf die Gelegenheitsurſachen bezüglichen, künftig erſt anzuſtellenden Ver⸗ ſuchen zu, und würde ſomit der erſte Theil unſerer Berathung wohl als geſchloſſen betrachtet werden können.
Landrath v. Hobe: Erlauben ſie mir noch die Mit⸗ theilung einiger Thatſachen:
1) Es ſind mir drei Fälle bekannt, wo die Weiterverbreitung der Krankheit von der Richtung des Windes abhängig war: die Orte unterhalb des Windes wurden inſtcirt, während die Orte oberhalb deſſelben verſchont blieben.
2) Von 7 Wirthen, die ihr Vieh gemeinſchaftlich weideten, hatten 3 oder 4 demſelben im Herbſt, vor dem Austriebe auf die gereiften Aenger, eine Strohgabe gereicht, die übrigen hatten dies unterlaſſen. Bei den Kühen der letz— teren entſtand die Lungenſeuche ſofort, bei den Kühen der erſteren aber 6—9 Monate ſpäter.
Kreisphyſikus Dr. Schmidt: In Bezug auf die vor⸗ gehende Mittheilung, daß die Verbreitung der Seuche vom Winde abhängig geweſen ſei, bemerke ich noch, daß man bei


