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Amtsrath Koppe: Ich beſcheide mich gern, ſpreche dage⸗ gen den Wunſch aus, daß fortan bei der Verhandlung der eigentlichen Frage:„In welcher Art und Weiſe ſollen unſere Verſuche fortgeſetzt werden?“ jede Bitterkeit vermieden, jede Animoſität an die Seite geſtellt werde.
Präſident: Mit Ausnahme Einer einzigen gelegentlichen Bemerkung iſt mir im Laufe der Discuſſion keine Aeußerung aufgefallen, die als animos zu bezeichnen wäre. Ich ſinde es aber natürlich und ganz in der Ordnung und Regel, daß eine Ueberzeugung auch mit Lebhaftigkeit und Wärme vorgetragen und motivirt werde.
Amtsrath Koppe: Meine eigenen Beobachtungen über die Lungenſeuche anlangend: ſo datiren ſich ſelbige faſt 30 Jahre zurück. Im Jahre 1814 brach ſie auf den von Eckard⸗ ſtein'ſchen Gütern zu Beauregard, nach einer vorhergegan⸗ genen Ueberſchwemmung, aus. Hier ſchien ſie offenbar durch die letztere veranlaßt zu ſein, denn das Vieh, was nicht auf den überſchwemmten Weiden gegangen, blieb davon verſchont. Ein Jahr ſpäter erkrankten die Reichenower Kühe daran bei Schlempe⸗Fütterung. Ich habe die Lungenſeuche bei jeder Füt⸗ terung gehabt, und kann am wenigſten der Meinung des Hrn. Piſtorius beipflichten, daß verdorbenes Futter eine unweſent⸗ liche Rolle dabei ſpiele.
Thierarzt Schmidt: Auch bei mir hat ſich in ſpäte⸗ ren Jahren die Anſicht gebildet, daß die Krankheit auch ſehr oft auf andere Weiſe als durch Anſteckung entſtehe. Ich bin auf der Königl. Thierarzneiſchule gebildet, und bin in mei— nen thierärztlichen Wirkungskreis mit der Ueberzeugung ein⸗ getreten, daß die Lungenſeuche anſteckend ſei. In einer länge— ren und mannichfaltigen Praxis, in welcher ich in meiner Ge⸗ gend nur zu häufig dieſe Krankheit zu beobachten Gelegenheit gehabt, hat ſich indeſſen meine Ueberzeugung bedeutend verän⸗ dert. Auch gehöre ich zum Comité, und halte die Fort⸗ ſetzung der Verſuche zur Aufklärung in der Sache für nützlich, kann aber den Vorwurf nicht gelten laſſen, daß aus den bis⸗ herigen ſich der Beweis für die Anſteckung folgern laſſe. Bei


