Teil eines Werkes 
2/3: Zweite u. dritte Abt., Viehzucht und Gewerbelehre
Entstehung
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den, daß letztere ihren Zweck auf die Dauer und im Ganzen vollſtaͤndiger erreicht. Freilich muß ſie verſtaͤndig angewendet werden; man muß ſtreng und nachſichtig zu gleicher Zeit zu ſeyn verſtehen, feſt darauf halten, daß das Befohlene geſchehe, aber auch nichts befehlen, was nicht gut auszufuͤhren iſt, und die geforderte Arbeit hinſichtlich der Guͤte und Menge genau zu beurtheilen wiſſen, vor Allem aber mit einem guten Bei ſpiele vorangehen, und ſelbſt fleißig, ſittlich, puͤnklich und or dentlich ſeyn.

160. Es muß dem Geſinde und anderen dienſtthuenden Leuten puͤnktlich gehalten werden, was ihnen verſprochen wor⸗ den, und was ſie nach der Obſervanz der Gegend, die man deshalb genau kennen lernen muß, erwarten kann. Aber es darf ihnen, ohne dringende Veranlaſſung, durchaus nicht mehr zugeſtanden werden; denn das fuͤhrt immer weiter. Das ver⸗ derblichſte Mittel, die Leute zu groͤßer Thaͤtigkeit anzureizen, iſt Branntwein im groͤßern Maaße.

161. Ueber das Verhaͤltniß der nach der Groͤße und Einrichtung der Wirthſchaft zu haltenden Arbeitskraͤfte iſt ſchon fruͤherhin das Noͤthigſte geſagt worden. Ein Voranſchlag der Arbeiten in jeder Periode iſt hoͤchſt nuͤtzlich, je zuſammenge⸗ ſetzter zumal die Wirthſchaft iſt; aber er reicht allein nicht aus. indem die Anſtellung der vorhandenen Kraͤfte und ihre moͤg⸗ lich beßte Benutzung dennoch die taͤgliche, ja ſtuͤndliche Auf⸗ merkſamkeit des Wirthes erfordert, weil Witterung und andere Zufaͤlligkeiten haͤufige Abaͤnderungen noͤthig machen. Der Er⸗ folg gewiſſer Geſchaͤfte iſt naͤmlich ſo von der Witterung ab⸗ haͤngig, daß fuͤr ſie dieſelbe beſonders wahrgenommen und die guͤnſtige mit aller Kraft benutzt werden muß.

Es iſt nothwendig, die Stufenfolge der Wichtigkeit der verſchiedenen Arbeiten in jedem Momente vor Augen zu ha ben; denn da die arbeitenden Kraͤfte immer beſchraͤnkt ſind, ſo muß dem dringend Nothwendigen oft das Noͤthige, dem Noͤ⸗ thigen das Nuͤtzliche nachgeſetzt werden, ſo ungern auch der betriebſame Landwirth das letztere verabſaͤumt.