Teil eines Werkes 
2/3: Zweite u. dritte Abt., Viehzucht und Gewerbelehre
Entstehung
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Muͤhe verurſacht. Die Wirthſchaftverhaͤltniſſe und noch manche tu andre nothwendig zu nehmende Ruͤckſichten machen aber nicht dieſes ſelten eine ſo naturgemaͤße Erziehung der jungen Thiere un Nutz vortheilhaft; in dieſem Falle trennt man ſie bald von ihren ethal Muͤttern und ſucht der Natur durch Kunſt zu Hilfe zu kom men, indem man ihnen, bis ſie feſte Nahrung kauen und Hab verdauen koͤnnen, nur nahrhafte Getraͤnke und leichtes Fut fm ter reicht. Auf dieſe Weiſe erfordert jedoch das Entwoͤhnen (Abſpaͤhnen, Abſetzen, Abbinden) der jungen Hausthiere un⸗ lchen gleich mehr Muͤhe, Sorgfalt, Vorſicht und Aufmerkſamkeit, b faun als in jenem Falle. V iſäg Es koͤnnen dabei den jungen Thieren, ehe ſie ſich an's Freſſen ge⸗ die J woͤhnen, mancherlei Krankheiten zuſtoßen, und in dem Euter I u e der Mutterthiere Milchverhaͤrtungen entſtehen. Eine allzu raſche Trennung iſt oft fuͤr beide Theile nicht ohne Gefahr. Pferde, den, Schafe und Schweine werden meiſtens naturgemaͤß bei dem Ent⸗ alna woͤhnen behandelt, nicht ſo die Kaͤlber, der Milch wegen. V Giſ 20. Dritter Zeitraum. Nach dem Entwoͤhnen b Frn muß das junge Thier in eine Lage gebracht werden, wo es b eine eine ſeiner Natur angemeſſene Nahrung findet und ſeine koͤr⸗ perlichen Kraͤfte und Eigenſchaften vollkommen entwickeln kann. V ber Es muß verhaͤltnißmaͤßig ſtaͤrker und beſſer genaͤhrt werden, duij als im ausgewachſenen Zuſtande, weil es ſich ſonſt nicht ge b dff hoͤrig ausbildet und im Wachsthum zuruͤckbleibt; auch bedarf Ddh es mehr Waͤrme und Schutz gegen die Abwechſelungen der A Witterung, als das aͤltere, weil ihm naſſe Kaͤlte und Winde, ſus daher auch das Weiden zeitig im Fruͤhjahr und ſpaͤt im Herbſt, b ui nachtheilig ſind. b ih. Die Dauer dieſes Zeitraums iſt verſchieden, nicht nur nach den verſchiedenen Arten, ſondern ſelbſt nach den ver ſchiedenen Abarten der Thiere; indem kleinere Raſſen die Faͤhigkeit, ſich fortzupflanzen, fruͤher erlangen, als die groͤßeren. 21. Vierter Zeitraum. Die ausgewachſenen Thiere muͤſſen ſtets ihrer Natur, ihrer Groͤße und ihrem jedes 5

maligen Bedarf gemaͤß ernaͤhrt, und mit Ruͤckſicht auf ihre ii ohn