Teil eines Werkes 
1: Erste Abth. Ackerbau
Entstehung
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Krapp⸗

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ſie zum voͤlligen Abtrocknen unuter ein Obdach, weil ſol ches, der Farbe wegen, nicht in der Sonne geſchehen darf.

Der Ertrag iſt ſehr unſicher; 15 40 Ctr. vom Acker.

315. Der Krapp, KRubia tinctoria, auch Faͤrber⸗ roͤthe genannt, eine perennirende Pflanze, kommt in je⸗ dem nicht gar zu rauhen Klima fort, verlangt aber einen, ſei's von Natur, oder durch Kunſt, beſonders tiefen, lehmigen Sandboden, der ſtark geduͤngt und durch mehr maliges, achwechſelnd ſeichtes und moͤglichſt tiefes Pfluͤ gen innig mit dem Miſt gemengt und in einen vollkom men reinen und gepulverten Zuſtand verſetzt worden iſt, den zu erreichen, die Egge, vielleicht auch der Schaufel pflug, ebenfalls nicht geſchont werden darf.

Die Pflanzen werden anfaͤnglich auf eigenen Beeten aus dem Saamen gezogen; iſt man aber einmal in Be⸗ ſitz eines Krappfeldes, dann waͤhlt man lieber die jungen Triebe und Seitenſchoßen der aͤltern Pflanzen zur Fort⸗ pflanzung.

Je zeitiger im Fruͤhjahre das Pflanzen vorgenom men wird, deſto beſſer; es muß demnach die Vorbereit ung des dazu beſtimmten Feldes, bis auf einmal Pfluͤ⸗ gen, ſchon im Herbſt geſchehen ſeyn. Die Pflanzen wer den vorſichtig ausgehoben, und, wie der Kohl, ſogleich auf den Acker in 18 24 Zoll entfernte, mit dem Marqueur oder einem Pflug vorgezeichnete Reihen, 6 bis 8 Zoll weit auseinander ſorgfaͤltig eingelegt. Dieſe Pflanzenreihen werden im erſten Sommer mit der Hand und Pferdehacke fleißig bearbeitet, und im Herbſt mit

dem Haͤufelpflug ſo tief angehaͤuft, daß ſie beinahe ganz

mit der Erde uͤberſchuͤttet werden. Das zweite Jahr wird das Behacken der Reihen und Zwiſchenraͤume, ſo oft es nothig, wiederholt und auch das Behaͤufeln nicht vergeſſen. Im Spaͤtherbſte des zweiten Jahres nimmt man gewoͤhnlich die Wurzeln heraus, am leichteſten ge