Teil eines Werkes 
1: Erste Abth. Ackerbau
Entstehung
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Zweiter Abſchnitr. Chemiſche Agrikultur.

Erſte Abtheilung. Von der Duͤngung⸗

Weiad verneht 35. Unter Duͤnger verſteht man im Allgemeinen

Dünger. jeden Koͤrper, der das Wachsthum der Pflanzen ſicht⸗ bar befoͤrdert, alſo unmittelbar zu ihrer Ernaͤhrung beizutragen ſcheint.

8 düngen⸗ 36. Die Erfahrung lehrt, daß ſaͤmmtliche als Duͤn

dannee mefe ger aufgebrachte und dem Boden einverleibte Subſtanzen

35 n rte ur dann die erwartete Wirkung aͤußern, wenn ſie im

ſeyn. Waſſer aufloͤslich ſind, und daß ſie, im Fall ſie ſolches

an ſich nicht ſind, erſt durch die Einwirkung einer andern Subſtanz zerſetzt und in einer neuen Miſchungsform im Waſſer aufloͤslich geworden ſeyn muͤſſen, ehe ſie als Duͤn ger betrachtet werden koͤnnen.

Die todte or⸗ 37. Die todte organiſche Materie iſt die kraͤftigſte

rlche Nahrung fuͤr Thiere und Pflanzen, wahrſcheinlich, weil ſie alle die Beſtandtheile enthaͤlt, mit denen die lebende derſelben Art zuſammengeſetzt iſt. Aber nicht alle orga niſchen Subſtanzen enthalten dieſelben Urſtoffe und ſelbige in ſehr verſchiedenen Miſchungsverhaͤltniſſen. Diejenigen, welche aus der groͤßten Menge von Urſtoffen beſtehen, zerſetzen ſich am ſchnellſten, und geben eine vollkommen befriedigende und reichliche Nahrung, wahrſcheinlich, weil in ihnen alle Beſtandtheile der Materie vorhanden ſind, aus denen der lebende Koͤrper ſich ergaͤnzt und neu geſtal tet. Organiſche Subſtanzen dagegen, die nur 3 4 Ur⸗ ſtoffe enthalten, zerſetzen ſich nur ſchwer, zumal, wenn ihr Zuſammenhang ſehr feſt iſt, und gewaͤhren daher keine ſo kraͤftige Nahrung weder fuͤr Thiere, noch fuͤr Pflanzen.