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der Naturwiſſenſchaft, der Chemie, der Minergalien⸗ Thier⸗ und Pflanzen⸗Kunde, und aus den meiſten Theilen der reinen und angewandten Mathematik. Sie ſind nicht nur beide Erſahrungswiſſenſchaften, ſondern ſie haben auch in der Art ihrer Begründung und Erweiterung noch eine beſondere auszeichnende Aehnlichkeit. Reine Verſuche nemlich, worauf viele andere Erfahrungswiſſenſchaften ſich gründen müſſen und können, ſind in beiden nicht wohl möglich Denn zu reinen Verſuchen wird durchaus eine Entfernung aller unbekannten Potenzen erfordert, welche auf das Reſultat des Verſuchs einen Einfluß haben, und ſol⸗ ches verändern können. Sie ſind folglich nur im La⸗ boratorium und unter der geſchloſſenen Klocke des Na⸗ turforſchers möglich, aber ſo wenig beym Acker, als beym menſchlichen Körper, welche beyde der Einwir⸗ kung ſo vieler unbekannter Kräſte ausgeſetzt ſind. Die einzige Art von wahren Verſuchen— denn die Beobachtung des Erſolgs, der aus der Vermiſchung unbekannter und ungemeſſener Potenzen herauskommt, iſt kein Verſuch zu nengen— welche ſich hier anwen⸗ den laſſen, ſind die komparativen, wo man näm⸗ lich alle übrigen Umſtände, die möglicher Weiſe auf den Verſuch Einfluß haben können, bey den verſchie⸗ denen einzelnen Theilen des Verſuchs, möglichſt gleich zu erhalten ſucht, und nur einen Umſtand veräu⸗ dert, folglich mit Recht ſchließt, daß der veränderte Erfolg durch dieſen veränderten Umſtand herbeyge⸗ führt ſey. Da aber Verſuche dieſer Art in der Land⸗ wirthſchaft, ihrer Schwierigkeit und Koſtſpieligkeit,


