Vielleicht trug es unvermerkt etwas bei, mich leb⸗ hafter für dieſes Buch zu intereſſiren, daß der Verf. ein in England ſehr geſchätzter praktiſcher Wundarzt und auch ein in Deutſchland durch leberſetzungen bekannter mediciniſcher Schriftſteller war. Es iſt in der That merkwürdig, daß in England äußerſt viele Aerzte, nicht nur praktiſche Landwirthe ſind und werden, ſondern daß auch die Landwirthſchaftswiſ⸗ ſenſchaft durch die berühmteſten Medieiniſchen Schrift⸗ ſteller ſehr große Aufklärung erhalten hat. Cullen, Hunter, beide Darwin, Withering, Fordyre, Wil⸗ kingſon, und viele andere in der Arzneikunde berühm⸗ te Namen, ſind ſämmtlich auch Schriftſteller und Leh⸗ rer des Ackerbaues, die von dem denkenden Land⸗ wirthe nicht minder wie von den Aerzten geſchätzt. werden. Unzählige berühmte und glückliche Aerzte beſchäftigen ſich mit der Landwirthſchaft. In Ame⸗ rika iſt dies vielleicht noch häufiger, und Benjamin Ruſh macht es den Aerzten gewiſſermaßen zur Pflicht die Landwirthſchaft zu treiben, dieſe nur zu ihrem eigentlichen Gewerbe zu machen, und ihren Nach⸗ baren durch ihre medieiniſchen Kenntniſſe auf eine
uninterreſſirte Art nützlich zu werden.
Dem erſten Anblicke nach ſcheinen beide Wiſſen⸗ ſchaften etwas ſehr heterogenes zu haben. Genauer betrachtet aber wird man finden, daß ſie nur in An⸗ ſehung des Objekts verſchieden ſind; ſubjectiviſch aber ſich einander auf eine auffallende Weiſe gleich kom⸗ men. Beide erfordern dieſelben Vorkenntniſſe aus


