Teil eines Werkes 
Vierter Band (1812)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Getreidearten. 19

weit ütn me Bei der Winterung haͤlt man es gut, wenn ſie nicht ſchnell hervorſticht, ſondern nach Verhaͤltniß der Temperatur lange in der Erde bleibt, weil ſich alsdann der untere Theil ihres ethſchaſ n. Keims, die Wurzel, mehr entwickelt und verſtaͤrkt. Ich habe bemerkt, daß die Saat bei

guͤnſtiger Witterung auf tieferem Boden um drei Tage ſpaͤter hervorkam, als auf flachem. Wenn ungewoͤhnliche Duͤrre des Bodens Urſach iſt, daß der Saame lange nicht zum Keimen kommt, ſo kann man dies zwar nicht als vortheilhaft annehmen; es iſt jedoch auch nicht nach⸗ theilig, als in ſofern die Vegetation dadurch zu ſehr verſpaͤtet wird. Im Herbſte 1810 lief der zu Ende Auguſts geſaͤete Rocken erſt zu Ende des Oktobers, lag 7 bis 8 Wochen in der Erde, und viele verzweifelten an ſeinem Aufkommen. Er lief aber nachher dicht genug und wuͤrde ein gedrungen ſtehendes Feld gegeben haben, wenn er ſich bei minderer Duͤrre des Fruͤh⸗

e in dadage

beſtellet wid, 7. per Moxxa jahrs haͤtte beſtauden koͤnnen. Der Sommerung wuͤnſcht man dagegen ein ſchnelles Hervorkommen, damit ſie vom Reſultate g Unkraute nicht uͤberwachſen werde. Es iſt von guter Bedeutung, wenn die Saat gleichzeitig und gleichartig hervorſticht. Kommt ſie allmaͤhlig und von ungleicher Staͤrke und Farbe hervor, ſo zeigt dies etwas fehler⸗ haftes an. Uebler iſt eine zweilaͤufige Saat bei der Soͤmmerung als bei der Winterung, weil dieſe ſich im Fruͤhjahr eher ausgleicht, jene aber ungleich bleibt. Der austreibende Keim muß von dunkler Farbe, beim Rocken rothbraun, beim Weizen braͤunlich, bei der Soͤmmerung dunkelgruͤn, nicht gelblich ſeyn; letzteres zeigt eine kraͤnkliche ingeungſchen Saat an, die ſich ſelten wieder erholt. Die dunkle Farbe der Saat muß ſich lange erhalten. lend zagäden Die ſich entwickelnden erſten Blaͤtter muͤſſen kurz, maſtig, ziemlich ſtumpf an der Spitze, mäügn Ziten ſteif und elaſtiſch ſeyn, und ſich kraͤuſelnd winden. 1 Nach Entwickelung der erſten Blaͤtter bildet der Stamm uͤber der Wurzel einen Knoten;

dieſer berſtet auf, und es treiben nach allen Seiten Nebenſproſſen aus. Je mehr dies geſchie⸗ het, um deſto ſtaͤrkere Frucht kann man erwarten.

Dieſe Sproſſen muͤſſen nicht ſchnell in die Hoͤhe treiben, noch weniger ihre Blaͤtter ſchlaff herabhaͤngen laſſen, ſondern ſich ſteif und elaſtiſch uͤber der Erde ausbreiten, und, wie man es nennt, den Boden belegen. Ein ſchnelles und ſtarkes in die⸗Hoͤhe⸗Treiben der Winterung

der Englicha. mit hellgruͤner Farbe habe ich mehreremale als die Folge einer kurz vor der Saat untergebrach⸗

in er aber dan, ten, noch im Gaͤhrungszuſtande befindlichen Duͤngung, bei feuchtem und warmen Herbſtwetter eſch an an geſehen; eine Ueppigkeit, welche die nachtheiligſten Folgen hatte, und im Fruͤhjahr ein faſt g höchſt ineon⸗ gaͤnzlich ausgewintertes Feld hinterließ. Solche Pflanzen ſcheinen mit Waſſerſtoff unverhaͤlt⸗ eneih nißmaͤßig gegen den Kohlenſtoff uͤberſaͤttigt zu ſeyn. Ein ſtarkes Belegen der Saat auf jene rden konne un Weiſe, vor Winter, ſcheint mir aber nie nachtheilig werden zu koͤnnen, und wenn dann auch ten angzelt, ihre Blaͤtter im Winter abfaulen, ſo bleibt doch der Stamm mit der Anlage der Nebenſproſſen eſe din ni geſund, und treibt im Fruͤhjahr ſchnell wieder aus. 4

§. 20.

Die Saat kommt in verſchiedenem Zuſtande in den Winter, zuweilen ungekeimt, zu⸗ Durchwinte⸗ weilen eben hervorſtechend, in regulairen Wirthſchaften wohl immer mehr oder minder be⸗ rung.

chaft iſt Bd. ſtaudet. Waͤhrend des eigentlichen Winterfroſtes habe ich ſie in keinem Zuſtande erfrieren

ſehen. In dem heftigſten aller Blach⸗(ſchneeloſen) Froͤſte 180¾ that es keine, die ich beob⸗ achten konnte; aber weißen Weizen hatte ich nicht Gelegenheit zu ſehen. Alle Saat hatte

zwar im Fruͤhjahr ein kuͤmmerliches Anſehen, die beſtaudete hatte alle ihre Blaͤtter verloren,

die anfangs weiß, nachher halb verfault auf dem Acker lagen; von den juͤngern ſahe man gar

C

alle und Vor⸗

jjjjj4