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Die Saat. 13
Bei den meiſten mechaniſch⸗praktiſchen, ſonſt guten und aufmerkſamen Landwirthen, findet man mehr Neigung ihre Einſaat zu verſtaͤrken als zu vermindern. Dies ruͤhrt zum Theil vom Vorurtheile und von der Maxime, lieber zu viel als zu wenig zu thun, dann aber auch wohl daher, daß eine dichte Saat nach dem Aufgehen und in der erſten Vegetationspe⸗ riode immer ein mehr verſprechendes Anſehen hat, als eine duͤnne. Ich habe immer gefun⸗ den, daß man ſich lebhaft daruͤber freuete, ungeachtet es augenſcheinlich war, daß der groͤßte Theil der Pflanzen unterdruͤckt werden muͤſſe, wenn der kleinere Theil aufkommen ſoll. Im Kampfe mit einander, ezmatten die Pflanzen ſaͤmmtlich; weswegen immer eine Periode ein⸗ tritt, wo ſolche dichtſtehende Felder ein gelbes Anſehen bekommen; und iſt dann die Witte⸗ rung unguͤnſtig, ſo gehen ſie wohl ſammtlich aus, und es entſtehen Fehlſtellen gerade da, wo vorher die Pflanzen am dichteſten gehauft waren. Ich leugne nicht, daß die ausgehenden Pflanzen den uͤbrigbleibenden nachmals als Duͤnger dienen koͤnnen; aber dies iſt immer ein theurer Duͤnger, und nicht ſelten geben ſie, beſonders bei den Winterfaaten, auch Veranlaſſung zu einer allgemeinen Faͤulung.
Als einen Hauptgrund einer ſtaͤrkeren Ausſaat, giebt man hauptſaͤchlich die Unterdruͤk⸗ kung des Unkrauts an. Ich hade aber durchaus nicht gefunden, daß man dieſen Zweck da⸗ durch erreicht habe. Eine ſich ſtark beſtaudende den Acker dicht belegende und nachmals ſchuell empor wachſende Frucht, unterdruͤckt das Unkraut, aber nicht eine dicht ausgeſtreuete Saat. Iſt Boden und Witterung dem im Acker oder in der Saat befindlichen Unkraute guͤnſtiger als der ausgeſaͤeten Frucht, ſo wird jenes ſo gut hervortreiben wie dieſe, und ſeinen Platz beſſer behaupten. Die Frucht wird gerade ihres zu dichten Standes wegen nicht ſchnell empor kom⸗ men. Ich habe hier das Oderbruch vor Augen, wo man in der Regel das Doppelte der ge⸗
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woͤhnlichen Ausſaat, vom Hafer oft uͤber 3 Metzen pro Jochart auswirft; aber das Unkraut iſt ſo arg wie irgendwo, es ſtreitet immer erſt mit dem Getreide, und die das letztere mehr oder minder beguͤnſtigende Witterung entſcheidet, was die Oberhand gewinnen ſoll, wenn je⸗ nes nicht, wie von den kleineren Wirthen gewoͤhnlich geſchiehet, ausgezogen wird. Ich be⸗ harre bei meiner Weiſe um die Haͤlfte ſchwaͤcher wie meine Nachbarn zu ſaͤen, leide aber vom Unkraute wenigſtens nicht mehr wie ſie, und habe noch nicht noͤthig gehabt, um des uͤber⸗ handnehmenden Unkrauts willen einen Acker zu Graſe liegen zu laſſen. Denn die gewoͤhnliche Saat iſt uͤberfluͤſſig zureichend, den Acker ſo zu bedecken, daß auf jedem Flecke Pflanzen genug und uͤberfluͤſſig ſtehen. Nur den einfurchigen Dreſchhafer ſaͤe ich ſtaͤrker aus, weil nicht alle Koͤrner in eine zum Keimen guͤnſtige Lage kommen..
§. 12.
Die Handgriffe des Saͤens ſind mannichfaltig verſchieden und laſſen ſich durch Worte . ſinnlichen. Im Alggemeinen ſind ſie keineswegs gleichguͤltig, und derjenige iſt c beſte, wo der Saͤemann beim Heraufgehen mit der rechten Hand nach der eim He ehen mit der linken Hand nach der rechten Seite, oder immer mit irft, und ſeinen Tritt an die Grenze des vorigen Wurfs gehoͤrig anſchließt— l nausgefuͤhrt wird. Es kommt aber hierbei viel auf genaue Beachtung des z und ſeiner Stärke an. In jedem concreten Falle kann man ſagen, diejenige Methode ſey die beſte, worin der Szemann am geubteſten iſt; und es iſt ſehr bedenklich, einem Saͤe⸗ mann eine andere Methode vorzuſchreiben, bevor man ſie ihn voͤllig hat erlernen und uͤben laſſen. Daß der Saͤemann der wichtigſte Handarbeiter in einer Wirthſchaft ſey, iſt ziemlich an⸗ erkannt. Indeſſen ſind manche in der Wahl deſſelben ſehr leichtſinnig, und vertrauen dieſes *
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Das Särn⸗
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