174 Weiden und Hntungen.
2 Wo der Boden einen ſo aͤppigen Graswuchs hat, daß man ihn, beſonders nach den beſte⸗
henden Wirthſchaftsverhaͤltniſſen und der Obſervanz der Gegend, nicht vortheilhafter benutzen zu koͤn⸗
neen glaubt. 6.. lhe
2) Wo der Anbau der Feldfruͤchte und ſelbſt die Benutzung als Wieſe, wegen der im Sommer 4 leicht kommenden Ueberſchwemmung, zu unſicher iſt. 1 3) Auf Bergen und ſteilen Anhoͤhen, wo der Anbau anderer Fruͤchte des Klimas oder der Be⸗
ſchwerlichkeit wegen nicht vortheilhaft ſeyn kann. 4
Außerdem iſt faſt aller prwativer Grund und Boden in kultivirten Gegenden unter den Pflug
genommen, und dem Ackerbau ausſchließlich oder doch wechſelsweiſe gewidmet worden. Nur da, wo Kommunion des Grundeigenthums oder Servitute es nicht verſtatten, liegt guter, des Anbaues wer⸗
da ſich in der Regel keiner der Intereſſenten um ſeine Verbeſſerung bekuͤmmert.
§. 373. 8 Zu der erſten Art gehoͤren hauptſaͤchlich diejenigen Weiden, welche ihrer Nahrhaftigkeit wegen zu Fettweiden beſtimmt ſind, und ſo benannt werden, obwohl man ſie auch oft mit Milchkuͤhen und 5 Pferden benutzt. Man iſt zwar uͤberzeugt, daß dieſe Weiden unter dem Pfluge genommen und mit den edelſten Fruͤchten beſtellt, einen ungleich hoͤheren Ertrag geben wuͤrden. Aber man ſieht ſie und
die in ihnen ſteckende Kraft als einen von den Voreltern uͤberlieferten und den Nachkommen aufzube⸗ wahrenden Schatz, als ein Heiligthum an, und erklaͤrt den fuͤr einen Verſchwender und Frevler, der
ſich an ihrem Umbruch macht, und ſich den daraus zu ziehenden Vortheil zueignet. Man ſchreibt die⸗
ſen alten Weiden eine bewunderungswuͤrdige naͤhrende Kraft zu, und glaubt, daß ſie einmal aufge⸗
brochen nie wieder in dieſe Kraft geſetzt werden koͤnnen, wenn gleich dem Anſcheine nach ein eben ſo . ſtarker Graswuchs darauf erzeugt wuͤrde. Das hohe ſtarke Gras, giebt man zu, koͤnne wieder dar⸗ auf entſtehen, aber das feine dichte Untergras ſey auf keine Weiſe wieder herzuſtellen.
Ich wage es nicht zu entſcheiden, in wiefern dieſe von vielen erfahrnen und ſonſt vorurtheilsfreien 3 G. Landwirthen vertheidigte Meinung gegruͤndet ſey. Ich glaube aber, daß da, wo man die Unerſetz⸗ lichkeit der dichten und nahrungsreichen Grasnarbe bemerkt hat, unrichtig verfahren ſey. Man hat
entweder den Boden durch Ernten zu ſehr erſchoͤpft, oder man iſt bei der Niederlegung zu Graſe nicht
richtig zu Werke gegangen, hat die neue Graserzeugung entweder ganz der Natur uͤberlaſſen, die ſie
nur langſam bewirken kann, oder den Saamen ſolcher Graͤſer und Kraͤuter gewaͤhlt, welche dieſe dich⸗
te Narbe nicht wiederherſtellen konnten. In vielen andern Gegenden hat man dieſe Fettweiden in eine
Zettweiden.
gen, und in den Grasjahren mehr Vieh davon ernaͤhrt, als in ihrem vormaligen Zuſtande geſchah. 7„ 3.
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3 3 4 4§. 374. 3
Der Ueber⸗ ſchwemmung austretenden Stroͤmen, oder aber hinter den Verwallungen liegen, womit man dieſe Stroͤme be⸗
ſchaftsſyſtem richtig.
ſehr zutraͤglich erachtet wird.
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ther Boden noch ausſchließlich zum Weideanger beſtimmt, und wird als ſolcher um ſo geringer benutzt,
ihnen angemeſſene Wechſelwirthſchaft gelegt, und ſo unlaͤugbar einen groͤßeren Vortheil daraus gezo⸗
Zu den Weiden der zweiten Art gehoͤren hauptſaͤchlich die, welche an leicht anſchwellenden und
auenernats ſchraͤnkt hat. Dieſe Weiden ſind mehrentheils ſehr nahrungsreich, und werden durch das zu Zeiten erfolgende Ueberſtroͤmen geduͤngt. Sie ſind mehr oder minder unſicher zu anderer Benutzung, und be⸗ — gruͤnden in manchen Thalgegenden, deren Aecker auf der Hoͤhe liegen, das daſelbſt beſtehende Wirth⸗
2 Noch beſſer haͤlt man die am Geſtade des Meeres liegenden, weil das ſalzige Gras dem Viehe
3) De B Ph⸗tſonder Pyun waͤhe gutt doſelb fat insdeſond
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