170 Weiden und Hutungen.
fahren zweckmaͤßig war, wenn man den Graswuchs vorzuͤglich beguͤnſtigen, ihn aber auf keine an⸗ dere Weiſe erſetzen wollte, und es hat lange gedauert, bevor man ſich zu letzterem allgemein ent⸗ ſchloß, weil man glaubte, die Nahrhaftigkeit des natuͤrlichen Raſens koͤnne durch keine kuͤnſtliche Pflanze erſetzt werden. Jetzt ſcheint dieſes Vorurtheil aber bei allen induſtridſen Wirthen verſchwun⸗
den zu ſeyn, und man iſt uͤberzeugt, daß eine kuͤnſtliche Beſaamung dem durch die Natur oder vielmehr . durch den Zufall erzeugten Graſe nicht nur gleich komme, ſondern ſolches auch noch uͤbertrefe. 3 2 dieſer Beſaamung wird am haͤufigſten der weiße kriechende Klee genommen. Da wegen der 1. Feinheit ſeines Saamens und ſeiner ſtarken Verbreitung durch die rankenden Wurzeln nur wenig er⸗ M fordert wird, und dieſer Saamen leicht zu gewinnen, dieſe Beſaamung alſo wohlfeil iſt, ſo waͤhlt man ſie vor Allen. Es reichen 4 ½ Pfund per Jochart, wenn er ſorgfaͤltig vertheilt wird, voͤllgg zu.
Haͤufig nimmt man jedoch auch rothen Klee darunter, und von dieſem dann noch 83 Pfund hinzu, weil
wozu der weiße Klee nur auf ſehr kräftigem Boden geeignet iſt. 4
Außer und neben dem Klee paſſen ſich eben zu dieſer Beſaamung aus der Klaſſe der Graͤſer vor⸗
zuͤglich das engliſche Raygras(Lolium perenne) und der Schaafſchwingel(Festuca
ovina), weil ſie ein dichtes Weidegras geben, auf Hoͤheboͤden gut fortkommen, und ihr Saamen
kbenfalls leicht zu gewinnen iſt, und in Quantitaͤten ſehr wohlfeil verkauft werden kann. Es ge⸗ hoͤren davon jedoch 30 bis 42 Pfund neben dem weißen Klee auf den Jochart. Einige glauben auch,
das Honiggras(Holeus lanatus) mit Vortheil zur Weide ausgeſaet zu haben. Sein Saamen
iſt ebenfalls leicht zu gewinnen, das Aushuͤlſen deſſelben zwar ſchwierig, aber auch nicht noͤthig,
den Jochart ausſtreuen. Dies Gras waͤchſt immer horſtig, und zeichnet ſich beſonders gegen den
— Herbſt aus, wo ſeine Wurzelblaͤtter ſtark austreiben. Indeſſen ſcheint es mir, als wenn das Vieh nur
aus Noth von dieſem Graſe fraͤße, und es ſtehen laſſe, wenn es noch andere Graͤſer hat. Auch friert es im Winter leicht aus, und man darf ſich deshalb auf ſolches nicht allein verlaſſen.
Ein vorzuͤgliches, bei uns noch nicht genug bekanntes, aber von den Englaͤndern ſehr geſchaͤtz⸗
tes Weidekraut iſt die Pimpinelle(Poterium sanguisorba). Sie waͤchſt auf ſehr magerem Acker,
wo ſelbſt der weiße Klee nicht fort will, jedoch auf beſſeren um ſo ſtaͤrker. Sie hat den Vorzug, daß
ſie ſelbſt mitten im Winter zu gruͤnen fortfaͤhrt, beſonders aber im erſten Fruͤhjahre ſtark austreibt.
ihrer aromatiſchen gelinde adſtringirenden Eigenſchaft gedeihlich iſt. Ihr Saamen iſt auf einem Saamenbeete leicht zu gewinnen, muß aber allmaͤhlich, ſobald es reift, abgeſtreift werden. Auf kalkigen bergigen Aeckern auf flacher Krume iſt das Zittergras(Briza media) als Weidegras ſehr angemeſſen, und auf ſolchen Aeckern ſaͤet man alsdann zur Weide auch Esparſette darunter. Von der uͤbrigen Kultur dieſer Weiden wird unten die Rede ſeyn.
§. 366. Weide auf un⸗ Zu den Dreeſchweiden gehoͤrt gewiſſermaaßen die Auſſenlandsweide bei der Felderwirthſchaft,
1 ndten Außs wo man das ſchlechte vernachlaͤßigte und ungeduͤngte Land nur alle drei, ſechs, neun oder gar zwoͤlf
. Jahre einmal beſtellt, und in den Zwiſchenzeiten liegen laͤßt. Daß dieſe Weiden, deren Boden durch die davon genommene Ernte doch immer mehr erſchoͤpft wird und keine Duͤngung wieder erhaͤlt, nicht wie die Dreeſchweiden des geduͤngten Landes berechnet werden koͤnnen, verſteht ſich von ſelbſt. Sie ſind mit unkraͤftigem kleinen und duͤrren Graſe, oft nur mit dem Bockoͤbart(Aira canescens), dem Scleranthus annuus, zuweilen einigen kleinen Schwingelarten und mit duͤrrem Ruchgraſe(Antoxan- thum odoratum) beſetzt, welches letzteres, wenn es aufſchießt, vom VWieh nicht mehr beruͤhrt wird.
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man im erſten Jahre an den Stellen, wo der Klee gut geraͤth, gern einen Heuſchnitt davon nimmt,
wenn man ihn zu eigenem Gebrauch erzieht. Man muß mit den Huͤlſen aber beinahe 2 Metzen auf
Sie iſt fuͤr die Schaafe vorzuͤglich geeignet, und wird von ihnen ſo gern gefreſſen, als ſie ihnen wegen
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Die Broc Vinterung vorb dann aber botzuͦ⸗ man um Johan langer zu geniei thümer, um Umoruche hdt das Ausgruͤne der Schnelligt deſe Welde ſi ſten Vegetati die im erſten dem Pfluge abwechſeind
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