Teil eines Werkes 
Dritter Band (1811)
Entstehung
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Die Heuernte. 165

er an die Oberflaͤche kommt, abgefuͤhrt werden kann. In England glaubt man deshalb das Feimen⸗ heu von dem Scheurenheu durch den Geruch unterſcheiden zu koͤnnen, und der Vorzug des erſtern iſt ſo entſchieden, daß es immer theurer bezahlt wird. Wenn es gleich beſſer iſt, das gruͤne Heu auch in dieſe Feimen voͤllig trocken zu bringen, ſo braucht man ſich doch bei einer mißlichen Witterung nicht ſo ſehr fuͤr eine feuchte Einbringung zu ſcheuen, wie in den Gebaͤuden. Man kann hier eine jede Heuart in einer beſonderen Feime aufſetzen, und behaͤlt eine freie Wahl in Verwendung deſſelben. Auch kann

man das Heu von einem Jahre zum andern weit bequemer aufbewahren.

Die Heufeimen werden auf einem dazu errichtenden ſteinernen oder hoͤlzernen Geruͤſte, oder haͤu⸗

ſiger nur auf eine Unterlage von trockenem Reißwerk oder Stroh, jedoch an einem trockenen und er⸗

hoͤheten Platze, errichtet. Das Heu wird mit der Hand ausgeſtreut, und regelmaͤßig in Schichten gelegt, wobei es immer moͤglichſt feſt getreten wird. Von einer ſchmaͤlern Baſis nimmt die Heufeime mit der Hoͤhe in ihrer Breite zu, bis ſie zu einer gewiſſen Hoͤhe gekommen iſt. Dann ziehet man die Heulagen wieder ein, ſo daß der obere Theil die Form eines ſpitz zulaufenden Daches erhalte. Dieſer obere Theil wird dann mit Stroh belegt, und der Regen kann von demſelben ablaufen, ohne den ein⸗ gezogenen unteren Theil zu beruͤhren.*

Die Form dieſer Feimen iſt verſchieden, zuweilen rund, zuweilen viereckig, mehrentheils aber bilden ſie ein Oblongum. Die letztere Form iſt beſonders deshalb vorzuͤglicher, weil man dabei die Feime nach Gefallen verlaͤngern, und wenn man will, alles Heu in eine bringen kann. Die eine Gie⸗ belſeite richtet man dann nach Nordweſt, um dieſer Wind⸗ und Regenſeite die moͤglich geringſte Ober⸗ flaͤche auszuſetzen. Der obere Theil oder das Dach wird auf dieſer Giebelſeite auch walmfoͤrmig eingerichtet. 1

Wenn die Feime errichtet worden, wird ſie an ihren Auſſenwaͤnden nicht blos abgeharkt, ſon⸗ dern auch ſorgfaͤltig beſchnitten; etwanige Haͤker, die man jedoch bei der Anlegung ſorgfaͤltig vermei⸗ det, werden ausgeglichen, damit ſich keine Feuchtigkeit durch ſelbige einziehen koͤnne. Die Strohbe⸗ dachung wird zuletzt aufgeſetzt, und um die Feime herum ſticht man auf allen Seiten eine Rinne aus, wodurch das abtraͤufelnde Waſſer wegziehen kann. ö

Die langen Feimen haben den Vortheil, daß man das Heu, ſo wie es gebraucht wird, an der Suͤdoſtſeite ſatzweiſe und perpendikulaͤr wegneheen kann, wogegen runde und viereckige Feimen bei naſſer Jahreszeit auf einmal eingefuͤhrt werden muͤſen. Sie muͤſſen in der Regel in der Raͤhe des Wirthſchaftshofes auf einem beſondern umzaͤunten Feimhofe errichtet werden, wo man dann ſeinen Heuvorrath beſſer, als wenn er auf Boͤden und in Scheuren vertheilt liegt, uͤberſehen, und deſſen Verwendung nach den Umſtaͤnden moderiren kann.

Die Feimengeruͤſte mit einem beweglichen Dache, welches man hinaufwinden und niederlaſſen kann, werden da, wo man die Feimeneinrichtung kennt, ſelten mehr errichtet, weil man ſie nicht nur koſtſpieliger, ſondern auch unbequemer ſindet, und das Heu ſich wenigſtens eben ſo gut in den freiſte⸗ henden haͤlt. Von der durch die Mitte und im Grunde hergezogenen offenen Roͤhre oder ſogenannten Dunſtſchornſteine iſt man ganz abgekommen, da die Erfahrung gelehrt hat, daß das ihm zunaͤchſt

liegende Heu am leichteſten verderbe, und ſich dagegen um deſto beſſer halte, je ſorgfaͤltiger man den

Zutritt der Luft abſchneidet, und alle Hoͤhlungen vermeidet: die Uebequemlichkeiten dieſer Dunſt⸗ roͤhre ungerechnet.

Die kleineren Heuſchober, welche man auf entlegenen Wieſen aufſetzt, und wenn dieſe im Win⸗ ter dem Waſſer ausgeſetzt ſind, auf einem erhöheten Geruͤſte errichtet, dann im Winter gewoͤhnlich auf dem Froſte einfaͤhrt, werden insgemein mit geringer Sorgfalt gemacht, und dennoch haͤlt ſich das Heu in ihnen ſehr gut. Sie ſind in wieſenreichen Gegenden, wo man Heu zum Verkauf gewinnt, ſehr