Teil eines Werkes 
Dritter Band (1811)
Entstehung
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Die Heuernte. 161

genug ſeyn, um es in große Ladehaufen zu bringen, worin man es bis zum Einfahren ſtehen laͤßt. Sollte ſich in dieſen Haufen Feuchtigkeit zeigen, ſo wird es vor dem Einfahren noch einmal ausge⸗ ſtreuet, jedoch ohne es duͤnn zu verbreiten, damit nur die Feuchtigkeit wieder verdunſte.

Dasjenige Heu, was nach den Fruͤhſtunden gemaͤhet worden, laͤßt man aber bis zum folgenden Morgen in Schwaden liegen, und faͤngt dann an, es auf gleiche Weiſe zu behandeln. Die Arbeit hebt ſich alle Morgen mit der Streuung des friſch gemaͤheten Graſes an, und man geht dann zur Streuung der Haufen, erſt der kleinern, dann der groͤßern, uͤber, und wechſelt nun mit der Bear⸗ beitung des einen und des andern in gehoͤriger Ordnung ab. Die Arbeit vermehrt ſich mit jedem Tage, und folglich die noͤthige Perſonenzahl, bis ein Theil auf den Boden oder in Feimen gebracht worden.

Ein ſo bereitetes Heu behaͤlt ſeine gruͤne Farbe, ſeinen aromatiſchen Geruch und ſeine nutzbaren Theile faſt ſaͤmmtlich in ſich, verliert nur die waͤſſrigen, und untergeht keinen Anfang von Gaͤhrung. Um ſolches Heu zu bereiten, wird eine verhaͤltnißmaͤßig große Zahl von Perſonen erfordert. Wenn man aber dieſe herbeiſchaffen kann und die Witterung nicht unguͤnſtig iſt, ſo gewinnt man an der Zeit, was man an der Kraft zuſetzt, und die Koſten werden ſich weniger hoͤl her belaufen, als bei der nach⸗ laͤſſigern Heubereitung.

Andre laſſen das gemaͤhete Gras zwei auch drei Tage unangeruͤhrt in Schwaden liegen, bevor ſie es zu bearbeiten anfangen. Sie erſparen dadurch allerdings einige Arbeit, indem das Heu, wel⸗ ches im Schwade ſchon abgeſtorben iſt, leichter trocknet. Allein ſo gruͤn bleibt es nicht.

§. 351.

Bei regnigter, feuchter und ſehr unſicherer Witterung muß man auf jene ſchnelle Heubereitung Sas Heumachen

Verzicht leiſten. Hier kommt es darauf an, das Heu moͤglichſt zuſammenzuhalten, damit es von der eanoäniger

Naͤſſe nicht ausgezogen werde, dabei aber doch durch Luftung und Umſetzung in trockneren Stunden zu verhuͤten, daß es nicht in Gäͤhrung gerathe.

So lange das Gras noch gruͤn iſt, ſeine eigenen Saͤfte und gewiſſermaß zen ſein Leben noch hat, ſchadet ihm die Naͤſſe von oben nicht leicht, und wenn nach dem Maͤhen ein Regen einfaͤllt, oder wenn man ſelbſt beim Regen in Erwartung beſſerer Tage gemaͤhet hat, ſo laͤßt man dieſes Gras unangeruͤhrt in den Schwaden liegen, bis die Witterung beſſer wird. Man loekert es nur mit dem Harkenſtiel et⸗ was auf, wenn es durch die Naͤſſe zuſammengedruͤckt iſt, und ſo kann es ſich lange unverderben hal⸗ ten, wenn es nur nicht im ſtauenden Waſſer liegt. Aus Niederungen muß es, wo moͤglich auf hoͤhe⸗ re Plaͤtze geſchafft werden. Nachtheiliger iſt der Regen dem ſchon abgeſtordenen und halb trockenen Heu. Hier zieht die Raͤſſe die kraͤftigen Theile wirklich aus. Deshalb muß man vor allem verhuͤten, daß der Regen kein ausgebreitetes Heu treffe, ſondern bei einem drohenden Regenſchauer alles herbei⸗ ziehen, um den trockenſten Theil in Haufen zu ſetzen. Wenn es in Haufen ſteht, kann es ſchon einen anhaltenden Regen aushalten, ohne betraͤchtlich dadurch zu verlieren, beſonders wenn es nicht warm dabei iſt. Es wird dann nur das obenliegende verbleicht und ausgelaugt, das innere bleibt gruͤn und

in Kraft, und wenn es dann an einem trockenen Tage geſtreuet wird, ſo reicht dieſer oft hin, um es ſogleich in Ladeſchober bringen zu koͤnnen, falls man Fortdauer des Regens beſorgen muͤßte. Haͤlt der Regen ſehr lange ununterbrochen an, ſo muß man die Heuhaufen oͤfterer luften, und dabei nachſehen, ob das Heu ſich erhitze. Erfolgt unter ſolchen Umſtaͤnden dennoch bei warmer Luft eine wirkliche Erhitzung, ſo iſt nichts beſſeres zu thun, als daß man auch das halbtrockene Heu noch nach der beim Kleebau zu beſchreibenden Klapmeierſchen Methode behandle, es durch Zuſammenbrin⸗ gung in große Mieten voͤllig und gleichmaͤßig erhitzen laſſe, dann ausſtreue, und es, wenn es nun lufttrocken geworden iſt, wieder zuſammenbringe. Iſt es einmal in Hitze gekommen, ſo wird es ſol⸗ ches nicht zum zweiten Mal thun, zwar ſeine Farbe und ſeinen Geruch veraͤndern, aber nicht ſchimm⸗ Dritter Theil. X