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Der Wieſenbau. 257
Waſſerpflanzen vergehen, wenn die Wieſe trocken gelegt wird, ſind aber ohne das nicht zu vertilgen.
Nur der fruͤhbluͤhende und mit ſeinen ſtarken Blaͤttern den Boden uͤberziehende Huflattig erfordert es, daß man ihn ausſteche, wenn er ſich auf Wieſen, die einen lehmigen Grund haben, einfindet. Durch oft wiederholtes Ausſtechen vergeht er, wenn man gleich ſeine Wurzel nicht herausbringt.
Auf die Raͤnder der Wieſen an den Graͤben und Hecken hat man vorzuglich beim Maͤhen zu ach⸗ ten, damit ſie rein abgeſchnitten werden, und dieſes mit der Sichel oder mit Meſſern geſchehe, wenn
es mit der Senſe nicht gut angeht. Sie geben ſonſt eine Pflanzſchule von Unkraut, und zuweilen von
giftigem und ſcharfem, ab.. Bei den Hecken muß das Einſchlagen der Lohden und die Verbreitung der Wurzeln verhuͤtet
werden. Wenn man die in die Wieſe einwuchernden jungen Lohden jaͤhrlich zweimal mit abhaut, ſo
werden ſie keine Staͤrke bekommen, ſondern wieder abſterben. Hat man ſie aber ein Jahr wachſen
laſſen, ſo kann ſie die Senſe nicht mehr bezwingen, und ſie verbreiten ſich dann immer weiter. Hier
muͤſſen ſie flach an der Erde, oder noch etwas tiefer abgeſchnitten werden; doch bedarf es der ſehr ſchwierigen Ausradung ihrer Wurzeln nicht, wenn man ihre jungen Austriebe nur ſorgfaͤltig mit weg⸗ maͤht, wo dann jene endlich abſterben.
§. 345.
Man hat die Beweidung der Wieſen faſt allgemein fuͤr nachtheilig und verderblich erklaͤrt, und manche ſind dadurch bewogen worden, dieſe wichtige Benutzung derſelben ganz aufzuopfern. Der Ab⸗ ſcheu dagegen ruͤhrt aber wohl lediglich von dem fehlerhaften Betriebe her, der allemal ſtatt finden muß, wenn ſie andern als den Eigenthuͤmer zuſteht. Dann wird naͤmlich in der Beweidung nicht das
gerechte Maaß und die gehoͤrige Zeit beobachtet, noch die angemeſſene Viehart ausgewaͤhlt. Geſchie⸗ het dies aber vom Eigenthuͤmer, ſo iſt die Abweidung im Fruͤhjahr und Herbſt der Heugewinnung, in⸗ ſofern man naͤmlich auch auf die Guͤte des Heues ſieht, nicht nur unnachtheilig, ſondern wirklich vor⸗ theilhaft, indem beſonders jene fruͤhe Kraͤuter, die dadurch abgefreſſen werden und zu Nutzen kommen, dem Heu nur eine ſtrohigte Subſtanz mittheilen, ihren Saamen aber auf der Wieſe verſtreuen wuͤr⸗ den. Wenigſtens werden dieſe Kraͤuter zu hart, unſchmackhaft und ungedeihlich fuͤr das Vieh, wel⸗
che jung ihnen ſehr wohl bekommen, und unterdruͤcken durch ihren vollen Auswuchs nur beſſere
Pflanzen.
Ddie Fruͤhjahrsweide muß in der Regel allein fuͤr die Schaafe beſtimmt ſeyn; wobei es ſich ver⸗ ſteht, daß von gehoͤrig abgewaͤſſerten und trocken gelegten Wieſen die Rede iſt, weil moraſtige und ſumpfige Wieſen und deren Gras noch beſchlammt iſt, den Schaafen jederzeit, obwohl im Fruͤhjahre minder wie in ſpaͤterer Jahreszeit, ſchaͤdlich ſind. Auf trocken gelegten Wieſen aber iſt die Benutzung dieſer fruͤhen Weide fuͤr die Schaafmuͤtter, denen ſie eine ſo reichliche Milch giebt, von großem Be⸗ lange und Werthe, ſo daß nichts eine Schaͤferei ſo ſehr unterſtuͤtzt, wie warme und fruͤhe Wieſenwei⸗ de. Sie freſſen das Gras gleichmaͤßig ab, und befoͤrdern dadurch ſeinen Wurzelaustrieb, halten die voreilig horſtig aufſchießenden Pflanzen zuruͤck, und geben durch ihren Duͤnger der Wieſe wahrſchein⸗ lich mehr wieder, als ſie ihr an Kraft entziehen. Auch will man bemerkt haben, daß ſie manche In⸗ ſekten vertreiben. Ihr leichter Fuß und ſelbſt ihr Kratzen iſt der Grasnarbe mehr vortheilhaft als ſchaͤdlich. Indeſſen verſteht es ſich, daß man mit dieſer Behuͤtung ſich eine gehoͤrige Graͤnze ſetze, welche die durch die Temperatur beſchleunigte oder verſpaͤtete Vegetation beſtimmt. Bei einem war⸗ men Fruͤhjahre muͤſſen die Schaafe ſchon mit dem z0ſten April von der Weide genommen werden, in
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Behutung der Wieſen.
der Regel zu Anfang Mays, bei kalter Witterung aber, wo das Gras noch wenig treibt, kann man
ſie auch bis zum 10ten May darauf laſſen.
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