Teil eines Werkes 
Dritter Band (1811)
Entstehung
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Das Streich⸗ brett.

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K

Die Ackerwerkzeuge.

und, bei gleichem hinteren Abſtande, ſtumpfere zweckmaͤßiger zur Ueberwindung des Widerſtandes ſey⸗

Die, welche erſteres behaupten, berufen ſich darauf, daß der ſpitzere Keil leichter eindringe oder

um es in der Sprache der Mechaniker auszudruͤcken daß man auf der ſchraͤgeren Flaͤche mit minde⸗ rer Kraft einen Koͤrper emporhebe. Allein man verliert hier, wie immer, an der Zeit, was man an der Kraft gewinnet, und ſo kommt es in dem vorliegenden Falle auf eins hinaus. Dagegen erleidet der laͤngere Pflugkoͤrper ohne Zweifel mehr Friktion, und ſein Gang wird erſchwerter. Deshalb waͤ⸗ re es rathſam, den Pflugkoͤrper ſo kurz wie moͤglich zu machen, wenn nicht ein anderer Umſtand in Be⸗

tracht kaͤme, naͤmlich der, daß der laͤngere Pflugkoͤrper an ſeiner geraden linken Seite ſowohl, als an

ſeiner Sohle eine feſtere Haltung hat, folglich minder wanket und ausweicht. So hat der Smal⸗ ſche Pflug einen kuͤrzeren Pflugkoͤrper, der Baileyſche einen laͤngern; aber mit darum geht letzte⸗ rer ſtaͤter, und kann ſicherer unerfahrnern und unaufmerkſamern Pfluͤgern anvertrauet werden.

§. 113. Das Streichbrett, das Ruͤſterbrett, der Ruͤſter, das Ohr, iſt derjenige Theil, wel⸗ cher den eigentlichen Pflug charakteriſirt und ihn von andern Beackerungsinſtrumenten unterſcheidet. Dieſer Theil ſoll den vom Meſſer und Schaar abgeſchnittenen Streifen aufnehmen, in einen Bogen herumwenden und auf die Seite legen. Der groͤßte Widerſtand ruht alſo auf dieſem Theile, und ob

er auf eine mehr oder minder leichte Weiſe uͤberwunden werde, haͤngt von der mehr oder minder zweck⸗

maͤßigen Konſtruktion des Streichbrettes ab. Gewoͤhnlich wird dieſer Theil aus einem duͤnnen Brette verfertigt, welches an der Kante der Grießſaͤule angenagelt iſt, und hinten am Pflughaupte und Sterz durch eine oder zwei Schienen in der gehoͤrigen Diſtanz befeſtigt iſt. mit ſeiner ſchraͤgen ſeitwaͤrts gekehrten Flaͤche die Erde nach der rechten Seite. Allein es wendet ſie nicht vollſtaͤndig um, wenigſtens nicht anders, als wenn der Pflugſtreifen noch einen ziemlich feſten Zuſammenhang in ſich ſelbſt und mit dem Lande hat. Um dieſes Umwenden bewirken zu können, muß der hintere Abſtand des Streichbrettes um die Haͤlfte ſtaͤrker ſeyn, als die Breite des abgeſchnittenen Pflugſtreifens. Es muß alſo mit der linken Seite entweder einen ſtumpfern Winkel bilden, oder es muß ſehr lang ſeyn. In beiden Faͤllen faͤllt die Laſt der Erde, die es wegzuſchieben hat, und die Frik⸗

tion ſehr ſchwer, indem die ganze Maſſe der Erde auf dem Streichbrette ruht, bis ſie das Ende deſſel⸗

ben paſſirt hat. Dieſe auf dem Streichbrette ruhende Erdmaſſe und die Abſtreifung derſelben iſt vor⸗ zuͤglich das, was den Gang des Pfluges erſchwert. S

Iſt ein Streichbrett aber ſo konſtruirt, daß es dieſe Maſſe von Erde fruͤher von ſich abwaͤlzt, ſo wird dadurch die Laſt um vieles erleichtert. Und hierin beſteht der große Vorzug der gebogenen Streich⸗

bretter vor den graden, insbeſondere wenn ſie ſich, wie oben geſagt, zu einer ununterbrochenen ebenen

Flaͤche mit dem Schaare verbinden. Der Pflugſtreifen wird hier, ſo wie er das Schaar und Streich⸗ brett paſſirt, in die Hoͤhe gehoben, und er wird um ſeine eigene Axe herumgedreht, ſo daß er, wenn dieſe Bewegung etwa nur bis zur Haͤlfte vollendet iſt, kaum weiter auf dem Pfluge ruhet, ſondern

ſchon mit ſeinem Schwerpunkte ſich nach der andern Seite hinuͤberneigt, und nur noch eines geringen Anſtoßes von der hintern Spitze des Streichbretts bedarf, um voͤllig, ſo weit er es thun ſoll, herum⸗

zufallen.

In Anſehung der genauen Beſtimmung derjenigen Form des Streichbretts, welche jenen Um⸗ ſchwung am beſten und leichteſten bewirkt, iſt man nicht ganz einig. Eine ſehr genaue mathematiſche Berechnung haben wir vom Praͤſidenten der amerikaniſchen Staaten Jeffersſon(Museum d'hi- stoire naturelle, Nr. 4., p. 322), welche dem Streichbrette am Smalſchen Pfluge faſt vollig ent⸗ ſpricht. Eine andre aber hat Bailey in einer beſonderen Schrift gegeben, wodurch er die von ihm

eingefuͤhrte als die vorzuͤglichere zu zeigen ſucht. Dieſe Abhandlung iſt von einer Meiſterhand uͤberſetzt,

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