Teil eines Werkes 
Dritter Band (1811)
Entstehung
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Die Ackerwerkzeuge. 3

unter dem Titel: der beſtmoͤgliche Pflug, Berlin 1805, herausgekommen. Zwiſchen beiden aber, dem Smalſchen und dem Balleyſchen Pfluge, ſind die Meinungen der aufmerkſamern Acker⸗ bauer nur noch getheilt. Das Heraufheben und das allmaͤhlige Herumſchwingen des Pflugſtreifens um ſeine Axe in einer ſchneckenfoͤrmigen Linie ſcheint das Smalſche Streichbrett beſſer noch als das Bai⸗ leyſche zu verrichten. Und es paßt ſich beſſer, ſobald man uͤber 8 Zoll rheinlaͤndiſch die Erde herauf⸗ bringen will. Bei einer mindern Tiefe aber verrichtet das Baileyſche die Arbeit wohl eben ſo gut. Und da der ganze Baileyſche Pflug in ſeiner Konſtruktion mindere Genauigkeit erfordert, oder die Abwei⸗ chungen ſeiner Tendenz leichter zu verhuͤten und zu verbeſſern ſind, als am Smalſchen Pfluge, ſo ge⸗ nuͤget uns jener in den meiſten Faͤllen; um ſo mehr, da er leichter zu fuͤhren iſt. Die Verſchiedenheit dieſer Formen laͤßt ſich nicht anders als durch den Augenſchein verſinnlichen. Das Schmalſche Streich⸗ brett hat mehr Concavitaͤt, hebt die Erde mehr in die Hoͤhe, ehe es ſie zur Seite ſtreicht, giebt ihr aber dann einen ſchnellen Umſchwung. Es iſt hoͤher, aber kuͤrzer, und hat deshalb mindere Friktion. Je⸗ doch kann in Ruͤckſicht auf letztere der Unterſchied nur bei tiefem Pfluͤgen merklich ſeyn. Beide erfuͤl⸗ len die Forderung, daß ſie den Erdſtreifen, von der Spitze des Schaars an, ganz allmaͤhlig und nach dem Geſetze der ſchraͤgen Flaͤche ohne Unterbrechung, zugleich auf⸗ und ſeitwaͤrts, heben, und ſo her⸗ um und zur Seite ſchaffen; dadurch aber die Laſt der Erde weit ſchneller von ſich abwaͤlzen, als die ge⸗ raden Streichbretter. Zum gewoͤhnlichen Gebrauch verdient der Baileyſche Pflug den Namen des Beſtmoͤglichen; obwohl der Smalſche, wenn er vollkommen gut konſtruirt iſt und richtig gefuͤhrt wird, eine noch vorzuͤglichere Arbeit macht.

Man hat dieſe gewundenen Streichbretter auch von Holz. Es wird dann aber ein ſtarker Klotz erfordert, um ſie gehoͤrig herauszuarbeiten, und ſie muͤſſen dann mit Eiſenblech beſchlagen werden, weil ſie ſonſt ſogleich rauh werden. Ein gegoſſenes eiſernes Streichbrett iſt immer weit wohlfeiler, und wenn das Eiſen nur nicht zu ſproͤde iſt, um vieles haltbarer. Ueberdem hat das Eiſen gegen das Holz den großen Vorzug, daß es mindere Friktion giebt, und daß an ſeiner durch die Arbeit glatten und polirten Oberflaͤche die Erde nicht anhaͤngt, wenn ſie anders nicht in einem gar zu feuchten, zur Pfluͤgung uͤberhaupt nicht paßlichen Zuſtande iſt.

Durch die gewoͤhnlichen gerade aufſtehenden hoͤlzernen Streichbretter wird der Zweck des Um⸗ wendens des Erdbodens in den meiſten Fallen ſehr unvollkommen erreicht, und nur ein Theil der Erde, die das Schaar von unten heraufgeholt hat, uͤber die andere heruͤbergeſtrichen; es ſey denn, daß der umzupfluͤgende Streifen aus einer zuſammenhaͤngenden Grasnarbe beſtehe. Um das Herumlegen zu bewirken, muß der hintere Abſtand des Streichbrettes weit ſtaͤrker ſeyn, die Erde mehr, als noͤthig iſt, zur Seite ſchieben, und eine breite Furche machen, wenn gleich der abgeſchnittene Streifen nur ſchmal iſt. Die Furche iſt oft noch einmal ſo breit als der Streifen. Dieſes ſtarke zur Seite ſchieben vermehrt den erforderlichen Kraftaufwand betraͤchtlich, indem die Erde um ſo viel laͤnger auf dem Streichbrette ruht. Von jenen Pfluͤgen mit gebogenen Streichbrettern wird die Erde eigentlich gar nicht zur Seite geſchoben, ſondern nur um die aͤußere Kante des Balkens herumgewandt. Es glau⸗ ben einige, daß das gerade aufſtehende Streichbrett die Erde beſſer herumlege, indem wirklich die Oberflaͤche mehr horizontal und eben wird. Denn in der breiteren Furche hat der ſchmalere Streifen mehreren Raum herumzufallen. Durch unſere Pfluͤge wird der Erdſtreifen aber ſo gelegt, daß einer auf der Kante des andern ruht, und daß ſie ungefaͤhr in dieſer Geſtalt zu liegen kommen.