Teil eines Werkes 
Dritter Band (1811)
Entstehung
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Das Schaar.

gen will, und folglich auch nach der hinteren Breite des Pflugkoͤrpers.

den ſtatt ſinden, wo das Schaar keiner oͤftern Schaͤrfung und Vorſtahlung bedarf.

Die Ackerwerkzeuge.

§. fII.. Der zweite wirkende Theil des Pfluges iſt das Schaar, auch Hintereiſ en genannt, wel⸗ ches den Erdſtreifen horizontal von dem Boden abtrennen, an beſſer konſtruirten Pfuͤgen ſchon etwas

in die Hoͤhe heben, und in einer ſchraͤgen und zuſammenhaͤngenden Flaͤche dem Streichbrette uͤberlie⸗

fern ſoll. Es beſteht aus zwei Theilen, dem eigentlich einſchneidendem oder der Feder, und demje⸗ nigen, womit es am Pflugkoͤrper befeſtigt wird, dem Griffe oder Hefte.. Die Form des erſtern Theils iſt mannigfaltig, mehrentheils doch aber die eines halben Keils oder

rrechtwinklichen Triangels. Die Landſeite ſteht naͤmlich mit dem Meſſer und dem Pflugkoͤrper in einer

geraden Linie, und iſt ſumpf. Daß jene Richtung der ſtumpfen Seite wohl beobachtet werde, iſt we⸗ ſentlich noͤthig zum richtigen Gange des Pfluges. Die ſchraͤge Seite oder die Schneide, welche gewoͤhn⸗ licher Weiſe verſtahlt und ſcharf iſt, geht davon in einem Winkel gewoͤhnlich von 45 Graden ab. Zu⸗ weilen macht ſie einen ſpitzeren Winkel, etwa von 35 Graden, um in feſterem Bodem um ſo beſeer ein⸗ dringen zu koͤnnen. Es erhellt aber, daß alsdann das Schaar um ſo laͤnger ſeyn muß, wenn anders die Baſis dieſes rechtwinklichen Triangels gleich breit ſeyn ſoll.

Zuweilen iſt dieſer Triangel aus einem Stuͤcke Eiſen, und ganz ausgefuͤllt, zuweilen in der Mit⸗ te leew und nur von drei Seiten umgeben. Das erſtere hat offenbar Vorzuͤge, weil der abgetrennte Streifen ſich dann auf dey ſchraͤgen zuſammenhaͤngenden Flaͤche mit geringerer Friktion emporheben kann. 3

Ddie hintere Breite dieſes Theils richtet ſich nach der Breite der Pflugſtreifen, die man abpfluͤ⸗ Jene muß beinahe eben ſo

ſtark ſeyn, wie dieſe, d. h. die rechte Spitze des Schaars muß von der linken Seite deſſelben beinahe

denſelben Abſtand haben, welchen das Streichbrett an ſeinem untern, die Sohle der Furche beruͤhren⸗

den Theile von der gegenuͤberſtehenden Landſeite des Pfluges hat. Ich ſage beinahe, denn auf 9 Zoll kann er einen Zoll geringer ſeyn, weil dadurch bewirkt wird, daß das Streichbrett den noch etwas anhaͤngenden Pflugſtreifen beſſer um ſeine Axe herumwendet. Mehr muß die Verſchiedenheit aber nicht betragen, wenn nicht die Friktion ſehr vermehrt und der Gang des Pfluges erſchwert werden ſoll, in⸗ dem der von der Schneide des Schaars nicht abgeloͤſete Theil des Erdſtreifens weit ſchwieriger von dem Streichbrette abgerieben werden muß. Nach den mit Abwaͤgung der erforderlichen Zugkraft gemachten Verſuchen war ein Pflug, mit einem Schaare von 5 Zoll Breite, einen halben Centner im Zuge ſchwerer, als wenn man ihm ein Schaar voen 7 Zoll Breite aufſchob. Man findet jedoch dieſen Fehler des zu ſchmalen Schaars bei den meiſten Pfuͤgen, ſelbſt wenn ſie ueu gemacht ſind, und er vermehrt ſich beim Gebrauche durch die Abſchleifung. Der zweite Theil des Schaars iſt das Heft, oder derjenige Theil, wodurch es an den Pflug⸗ koͤrper befeſtigt wird. Die Form deſſelben und die Befeſtigungsart iſt mannigfaltig. Sehr fehlerhaft iſt es, wenn das Schaar mit Naͤgeln befeſtigt wird, und dies kann nur in ſehr loſem und mildem Bo⸗ Bei andern wird es mit einer Krampe befeſtigt. Unſere beſſer geformten Schaare werden bloß aufgeſchoben, wozu aber allerdings eine ſorgfaͤltigere Bearbeitung des Hotzes und Eiſens erforderlich iſt, um dennoch den Schaar eine ganz feſte Haltung zu geben.

Das richtig geformte Schaar ſoll, wie oben geſagt, den Pflugſtreifen nicht bloß abſchneiden, ſondern ihn ſchon in die Hoͤhe heben, und eine ſchrag und ſeitwaͤrts ſich empor hebende ebene Flaͤche mit dem Streichbrette bilden. Die Schneide des Schaars ſelbſt iſt alſo convex, und hebt ſich nach der Landſeite. Das Heft muß dieſe Erhebung nicht unterbrechen, ſondern fortfuͤhren; und zur Verbin⸗ dung mit dem Streichbrette, an welches es ſich dicht und eben anſchließt, dienen.(Vergl. Beſchreib.

der Ackergeraͤthe, Heft I., Taf. 2. Fig. II. B.) Dies iſt ein großer und wichtiger Vorzug, den unſe⸗

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