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Mineraliſche Duͤngungsmittel. 191
§. 8382.
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Man bedient ſich des Gypſes hauptſaͤchlich zum Klee und zu kleeartigen Gewaͤchſen, zu⸗ Bes des
weilen doch auch zu Huͤlſenfruͤchten. Da er auf alle Gewaͤchſe aus dem Geſchlechte der Bras⸗ sica auch merklich wirkt, ſo vermuthe ich, daß er fuͤr die Rapsſaat ſehr nuͤtzlich ſeyn wuͤrde, kenne indeſſen noch keine damit angeſtellten Verſuche.
§. 83.
ypſes
Er wird in gebranntem und ungebranntem Zuſtande gebraucht, und ſeine Wirkung ſcheint Pereitung deſe
uͤbrigens gleich zu ſeyn, wenn nur den gebrannten Gyps nicht gleich ein ſtarker Regen befäͤllt, wodurch er zuſammengeſchwemmt und wieder zur harten Maſſe wird. Es koͤmmt nur auf moͤg⸗
lichſt feine Pulverung an, und um recht wirkſam zu ſeyn, muß er voͤllig zu Staub zermalmt
werden. Dies iſt aber mit dem ungebrannten ungleich ſchwieriger, welcher letztere ſich ſehr leicht pulvern laͤßt.
Die Pulverung geſchieht an einigen Orten auf die wohlfeilſte Art durch Stampfmuͤhlen. Wo man dieſe nicht hat, bedient man ſich verſchiedener Vorrichtungen mit der Hand. Man ſtoͤßt ihn in Moͤrſern, in Troͤgen und mit dem Apparate, deſſen man ſich zum Hirſe⸗ auch wohl zum Oelſaat⸗Stampfen bedient, ſogenannten Tretſtampfen. Oder man zerkleinert ihn in einem langen Troge, in welchem man einen abgenutzten Muͤhlſtein auf der hohen Kante hin und her dreht. Er wird dann, wenn er recht wirkſam ſeyn ſoll, geſiebt, und die ungepulverten Koͤr⸗ ner werden nochmals geſtampft. So bereitet muß er an einem trockenen Orte aufbewahrt wer⸗ den, damit er durch angezogene Feuchtigkeit nicht wieder zuſammengehe.
als mit dem gebrannten,
§. 84.
Man waͤhlt dann einen windſtillen Tag, wo es betraͤchtlich gethauet hat, und ſaͤet den Ansfrreuung.
Gyps mit der Hand des Morgens fruͤh oder Abends ſpaͤt insbeſondere uͤber den Klee aus, da⸗ mit er an den feuchten Blaͤttern haͤngen bleibe. Windige und regnige Witterung muß man durchaus vermeiden. Vegetation ſchon ſo weit gekommen iſt, daß er mit ſeinen Blaͤttern den Boden ziemlich bedeckte; alſo zu Anfange des Maimonats. Jedoch haben einige ihn auch mit Nutzen auf den jungen, in demſelben Jahre geſaͤeten Klee im Herbſte geſtreuet. Manchmal hat man ihn auch nach dem erſten Schnitte zur Befoͤrderung des zweiten geſaͤet, der dann oft bei ſchlechtem Anſcheine beſſer wie der erſte geworden iſt.
Die Quantitaͤt, wie man ihn aufſaͤet, iſt zwiſchen 2 und 4 Metzen per Jochart. Wenn er recht fein und zu Staub gepulvert war, ſo reichte erſteres ſchon zu. Sonſt muß man aber allerdings mehr nehmen.
§. 85.
Man hat ihn dann am wirkſamſten gefunden, wenn der Klee in ſeiner
Von allen ſelbſt angeſtellten oder mir genauer bekannt gewordenen Verſuchen weiß ich Sicherer erfoſg.
nicht einen einzigen, wo ſich nicht die Wirkung des Gypſes augenſcheinlich gezeigt haͤtte, vor⸗ ausgeſetzt, daß ſie mit gehoͤriger Vorſicht angeſtellt waren, und nicht durch eine unerwartet ein⸗ fallende unguͤnſtige Witterung vereitelt wurden. Ich trage daher kein Bedenken, den Ge⸗ brauch des Gypſes zur Verſtaͤrkung des Kleewuchſes allenthalben unbedingt zu empfehlen, wo


