Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1811) Von den landwirthschaftlichen Verhältnissen (Fortsetzung) : Agronomie, oder die Lehre von den Bestandtheile, physischen Eigenschaften, der Beurtheilung und Werthschätzung des Bodens : Agrikultur
Entstehung
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1243 Mineraliſche Duͤngungsmittel.

rens und Verbreitens berechnen, oder durch eine mit Aufmerkſamkeit angeſtellte Probe ausmit: teln. Dazu kommt aber noch, daß Sand mit Thon und Lehm, die nicht mergligt ſind, oder keine Kalktheile enthalten, ſich ſehr ſchwer genau mit einander vermengen laſſen, weil dieſe

nicht von ſelbſt zerfallen. Der Thonboden ſey mit Sand oder der Sand mit thoniger Erde be

fahren, ſo muß er haͤufig und zwar zuerſt ganz flach und allmaͤhlig tiefer durchgepfluͤgt, geeg⸗ get, gewalzt und die Kloͤße mit Keulen zerſchlagen werden. Zu dem allen muß immer derje⸗ nige Zeitpunkt gewaͤhlt werden, wo der Thon gerade den Grad von Trockenheit hat, daß ſeine 1 Schollen durch die Werkzeuge getrennt und zermalmt werden koͤnnen. Dies findet mehrentheils nur in der Mitte des Sommers ſtatt; ſelten aber iſt ein Sommer dazu hinreichend. Durch Vermengung mit Miſt und mit gebranntem Kalk erleichtert man das Zerfallen, auch wohl durch das Einſaͤen von Pflanzen, deren Wurzeln in die Thonkloͤße eindringen, und dann unterge⸗ pfluͤgt werden. Bewirkt man die genaue Mengung nicht, ſo verdirbt man mehr den Boden auf lange Zeit, als daß man ihn verbeſſert, indem die wenigſten Pflanzen es ertragen, daß ſie mit ihren Wurzeln auf ſo heterogene Erdarten ſtoßen. Wenn aͤltere Schriftſteller und muͤndli⸗ che Sagen von ſolchen bewirkten Bodenverbeſſerungen erzaͤhlen, ſo kann man wohl in den mei⸗ ſten Faͤllen annehmen, daß die aufgefahrne Erdart ein mehr oder minder kalkhaltiger Mergel war. Noch vor kurzer Zeit nannte man in Holſtein das Mergeln Erd⸗ oder Lehmfahren, und ohne von Mergel einen Begriff zu haben. Nur von ſolchem Lehm oder Thon, der eine Reihe von Jahren der Atmoſphaͤre ausgeſetzt in Erdwaͤllen, Erdmauern oder Wellerwaͤnden, insbeſondere in der Naͤhe der Wohnungen und der Viehhoͤfe geſtanden, und aus der Atmoſphaͤre fruchtbare Stoffe angezogen hat, kann man Feine wirklich duͤngende Wirkung erwarten. Ein ſolcher Lehm zerfaͤllt auch leichter, und mengt ſich mit dem Boden. Auch hat man die lehmige und thonige Ackererde wohl gebrannt, und dadurch eine dauernde phyſiſche Verbeſſerung dieſes Bodens bewirkt. Da der Thon naͤmlich durch das Bren⸗ nen ſeine waſſeranhaltende und bindende Eigenſchaft verliert, und dann, wenn er anders kruͤm⸗ lich bleibt, in Anſehung ſeiner phyſiſchen Qualitaͤten dem Sande gleich wird, ſo iſt der Boden hierdurch lockerer geworden. Wahrſcheinlich hat dieſes Brennen jedoch auch eine noch nicht ge⸗ nug erklaͤrte chemiſche Wirkung.

§. 53. 4 Anſfahrung des Das Auffahren des Sandes iſt wohl am haͤufigſten und mit dem groͤßten Vortheile auf reichhaltigen, aber zu loſen und der Raͤſſe zu ſtark ausgeſetzten moddrigen Boden angewandt

worden. Der aufgefahrne Sand ſenkt ſich allmaͤhlig von ſelbſt herab, und durchdringt die Moddererde, deren ſchwammige Konſiſtenz er zugleich zuſammenpreßt. Er muß daher ſo viel moͤglich auf der Oberflaͤche erhalten werden, und er iſt am wirkſamſten geweſen, wenn man ihn nicht unterpfluͤgte, ſondern in der Zeit, wo das Land zu Graſe lag, obenauf ſtreuete, wo⸗ durch auch zugleich der Graswuchs, wie durch einen kraͤftigen Duͤnger, vermehrt und verbeſ⸗ ſert wurde. Auf ſolchen Bodenarten thut der Sand nach vielfachen Erfahrungen ungleich gro⸗ ßere Wirkung, wie der kraͤftigſte Duͤnger, der hier ſogar manchmal nachtheilig wird.

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wes ut nguns, Der Kalk im Boden hat zwar auf die phyſiſche Beſchaffenheit deſſelben, wie in der Lehre von der Agronomie geſagt worden iſt, einen betraͤchtlichen Einfluß. Allein bei dem Auffahren deſſelben nehmen wir wohl nur ſeine chemiſche Wirkung in Anſpruch, indem ſolche wohl nie ſo

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