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Erster Band (1811) Begründung der Lehre und des Gewerbes : Oekonomie oder die Lehre von den landwirthschaftlichen Verhältnissen
Entstehung
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2 35 Stallfutterungsſyſtem. Bei jeder Weidewirthſchaft geht immer der groͤßere Theil des beſſern Sommermiſtes verloren. Auf den beſtaͤndigen Huͤtungsplaͤtzen der Felderwirthſchaft verliert ihn der Ackerbau voͤllig, ohne daß fes 4 er ſelbſt die Weide betraͤchtlich aufhuͤlfe, indem wir nicht bemerken, daß alter unaufgebrochener An-. ühar ger, wo beſtaͤndig Rindvieh weidet, in dem Verhaͤltniſſe des darauf gefallenen Miſtes an Kraft zunehh Pbemn me. Der Miſt thut vielmehr oft keine andere Wirkung, als daß er dem Viehe die Stellen, worauf mugy er fiel, auf mehrere Jahre verleidet; weshalb man haͤufig die Rindviehhirten dazu ermuntert, dieſen udus Wed Miſt aufzuſammeln und zu ihrem Vortheile zu benutzen. Nicht ſo ganz geht er auf der Dreeſchweide nnewoffa der Koppelwirthſchaft verloren. Indeſſen wird doch der bei weitem groͤßte Theil davon verſchwendet, jonengd und der AOcker erhaͤlt von ſelbigem nicht diejenige Kraft, die er erhalten wuͤrde, wenn ihm derſelbe Miſt nigſend hit gehoͤrig vorbereitet beigemiſcht waͤre. Da er einzeln zerſtreut nicht in eine ſolche Gaͤhrung gehen kann, vittſhen woraus eine konſiſtente Maſſe erfolgt; ſo verfluͤchtigt ſich der groͤßte Theil gasfoͤrmig, der Reſt zerſtaͤu⸗ bet, und wird von Inſekten verzehrt. Der Verluſt wird um ſo groͤßer, je laͤnger der Acker zur Weide 1 liegt; wogegen derjenige beſſer benutzt wird, welcher bald zum Unterpfluͤgen kommt. Auf keinen Fal idie aber kommt der Miſt ſo zu Rutzen, als wenn er mit der Streu genau vermiſcht, verbunden und diſe unwe ſelbſt dadurch zu einem wirkſamen Duͤnger gemacht wird. Nur durch die Stallfutterung faͤngt man auoiherzi die ſaͤmmtlichen Auswuͤrfe des Viehes auf, laͤßt dieſe mit der Streu verbunden den gerechten Zeitpuntt a pring ihrer Gaͤhrung erreichen, verhuͤtet das zu fruͤhe Aufloͤſen und das zu ſtarke Verdunſten. Man hat es ſimjſßenen. endlich in ſeiner Gewalt, dieſen Miſt in dem gerechten Zeitpunkte ſeiner Gaͤhrung in denjenigen Acker) de aunndd au degjenigen Fleck zu bringen, wo er den groͤßten Nutzen ſtiftet, und wo man ihn zum Vortheil thi, als na des ganzen Wirthſchaftsbetriebes am noͤthigſten gebraucht. Antn Aͤedeutend §. 37 nung; und 3) Die Stallfutterungswirthſchaft kann mit den Lande, was ſie zur Viehfutterung und zum dass unded Fruchtbau gebraucht, ſchneller wechſeln, und folglich alle Vortheile der Wechſelung um ſo mehr errei⸗ ſen ausſae chen. Sie kann die Futterungsmittel in der Ordnung und Folge bauen, daß dem Anbau verkaͤuflicher de Fruͤchte, beſonders des Getreides, der moͤglich mindeſte Abbruch auch in dieſer Hinſicht geſchiehet, iin Auache mi dem ſie die Futterernten nur als Vorbereitung zum Getreide nimmt, und den Acker dadurch in voͤlliger hee mane . Reinheit, Lockerheit und Kraft erhaͤlt; mithin die Brache um ſo unnoͤthiger macht, und ihre Wirkun⸗ Minarfut ggen reichlich erſetzt. §. 379. 7 4) Sie kann dem Viehe alle Jahreszeiten hindurch eine gleich ſtarke, kraͤftige und vwohſſcmee ar ckende Nahrung geben, wenn ſie naͤmlich das Verhaͤltniß und die Folge ihrer angebauten Futter⸗ mie gewaͤchſe gehoͤrig einrichtet es folglich immer bei gleichen Kraͤften, Geſundheit, mithin höherer iiun Nutzung erhalten. Die Weidewirthſchaft kann dieſes, ohne ein großes Uebermaaß von Weide zu h be 1t ben, wegen der Ungleichheit der Jahresfkuchtbarkeit nicht. 4 wui Die Stallfutterung iſt naͤmlich im Stande, ſich einen Theil des Sommerfutters von einem Jah⸗ 8o Stuͤch re zum andern aus dem reicheren fuͤr das aͤrmere uͤberzuſparen, indem es dem Viehe ungemein zutraͤg⸗ ein Mant lich und angenehm iſt, wenn ihm auch im Sommer neben dem gruͤnen trockenes Futter gereicht wird. zung die Dadurch kann ſie alſo jene immer gleiche Nahrung nicht nur bewirken, ſondern auch alle andere Wirtha dn eigent ſchaftsverhaͤltniſſe im vollkommenſten Gleichgewichte erhalten, indem ſie auf eine gleichmaͤßige Maſſe ung noth des Duͤngers in jedem Jahre rechnen darf, bei aufgeſpartem Futter es aber auch in ihrer Gewalt hat, und giſtes einen groͤßeren Viehſtapel zu halten, wenn ihr ches der Nutzung oder des Duͤngers wegen vortheil⸗ ſe aber a haft ſchiene.. ſaan tei