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Erster Band (1811) Begründung der Lehre und des Gewerbes : Oekonomie oder die Lehre von den landwirthschaftlichen Verhältnissen
Entstehung
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Blendung des Vorurtheils ſo groß,

Der Fruchtwechſel.

nicht trauete, wenn das Geſehene der auf Autoritaͤt begruͤndeten Meinung widerſprach.

Fruchtfolge an.

Auch Woͤllner und ſelbſt Germershauſ en fuͤhrten ſchon Gruͤnde fuͤr jene Einrichtung der Aber obwohl viele lehrten, daß die aufeinander folgenden Fruͤchte um ſo beſſer ge⸗

riethen, je ungleichartiger ſie waͤren, und niemand dieſer Lehre in der Theorie ſeinen Beifall verſagte, ſo

gab doch keiner die Fruchtfolge des Dreifelderſyſtems auf.

ſetz gewordene Obſervanz des eingefuͤhrten Syſtems daran verhindert;; aber es gab doch viele Gutsbe⸗ ſitzer groͤßerer und kleinerer Art in Deutſchland, die mit ihren Feldern machen konnten, was ſie wollten.

Warum dieſer

Fruchtwechſe! das engliſche Syſtem ge⸗

Mich ſelbſt hat weder das Nachdenken noch die Leſung der engliſchen Schriften zuerſt auf dieſe Folge der Fruͤchte geführt, ſondern nur Zufall und Noth, und da man mich mit dem Namen eines Vaters dieſes

ſogenannten Syſtems in Deutſchland beehrt hat, ſo darf ich hier die kleinen Umſtaͤnde erzaͤhlen, die mich darauf fuͤhrten. ſchen Syſteme, und wollte jenen im dritten oder Brachjahre durchſetzen.

Ich war ein lebhafter Anhaͤnger des Kleebaues und der Stallfutterung nach dem Schubart⸗ Allein er mißrieth und der Acker verqueckte, die einfaͤhrig darin beſtellte Winterung verſagte voͤllig, ungeachtet die Kleeſtoppel noch einmal dazu geduͤngt wurde, oder der Klee im Winter eine Duͤngung erhielt. Ich gewann mit Huͤlfe eines mittel⸗ maͤßigen Luzerne⸗ und Hafergrasfeldes die gruͤne Futterung zureichend fuͤr den Sommer, aber kein Heu fuͤr den Winter, welches ich mir doch von meinem Kleefelde berechnet hatte. Nur die in einem zerſtoͤrten Lu⸗

zernefelde gebauten Kartoffeln und Ruͤben hatten mich bei einem geringen Wieſenheugewinnſte einen Winter

gluͤcklich durchgeholfen. Voll Dankbarkeit fuͤr ſelbige brach ich einen Theil meines mit Klee beſaamten, aber ſchlecht beſtandenen Ackers zu Kartoffeln um. Die reichliche Ernte derſelben verſpaͤtete ſich, und ich konnte bei ohnehin naſſer Witterung keinen Rocken hineinſaͤen, wie ich ſonſt wuͤrde gethan haben; nahm! deshalb Gerſte. Weil ich indeſſen durchaus Kleevorrath haben wollte, ſo ſaͤete ich ihn wieder ſehr dick unter dieſe Gerſte. Die Gerſte gerieth außerordentlich, und erregte Bewunderung auf einem Felde, welches nur ſelten mittelmaͤßige Gerſte trug. Im folgenden Jahre hatte ich hier zum erſtenmale guten Klee, wogegen ein an⸗ deres Feld, worauf der Klee in die zweite Getreidetracht geſaͤet, ungeachtet es im Winter uͤberduͤngt war, nur Sauerampfer brachte. Letzteres ward nach einem traurigen Schnitte dreimal zu Rocken gepfluͤgt; er⸗ ſteres nach zwei Schnitten nur einmal, und der Rocken auf dieſen ward entſchieden beſſer als auf jenem. Dieſe Erfahrung beſtimmte meine kuͤnftige Fruchtfolge. Ich war indeſſen weit entfernt, irgend einen hoͤhern Werth, als den der beſondern Nuͤtzlichkeit fuͤr meine Verhaͤltniſſe darauf zu ſetzen. Ich ſchaͤmte mich viel⸗

mehr, von einem Befolger der Pfeiferſchen, Mayerſchen, Gugemuſiſchen und Schubartſchen Lehren, ein

Kartoffelbauer und ein Nachahmer der kleinen Gaͤrtner geworden zu ſeyn, die in meiner Nachbarſchaft ihren Morgen Landes ungefaͤhr auf dieſelbe Weiſe benutzten. Ich befrug ſie indeſſen uͤber ihre Erfahrungen, und fand, daß ſie mit den meinigen ſiimmten. Nur verſiel ich darauf, mich bei meinem groͤßern Kartoffelbau eines Mecklenburgiſchen Hakens zum Anhaͤufen zu bedienen, aus welchem ich nachher dasjenige Inſtrument ormie, deſſen man ſich letzt in Deutdchlund am haͤufigſten zum Kartoffelbau bedient.

§. 368. Erft päter fielen mir neue engliſche Schriftſteller in die Hand, welche gerade dieſe oder eine

ahnliche Fruchtfolge als die Baſis jeder hoͤhern Ackerkultur betrachteten, die Brache nur durch die ſorgſame Bearbeitung der in entfernten Reihen ſtehenden ſtaudigern Fruͤchte erſetzen lehrten, den Klee⸗ nannt worden, hau nur dann fuͤr ſicher und durch dichte Beſchattung des Bodens fuͤr verbeſſernd hielten, wenn er mit

der erſten Saat in einem Acker geſaͤet wuͤrde, der durch den Bau jener Fruͤchte voͤllig gelockert und ge⸗

reinigt waͤre, und die nur den Klee in dieſem Zuſtande eine wohlthaͤtige Vorfrucht vor Weizen nannten, aber in ein ſchlechtes Kleefeld Weizen zu ſaͤen wenn es ſich nicht voͤllig ausgelegen habe oder zuvor nicht

Ackerbaues erklaͤrten. laͤnder, die mit den meinigen ſo ſehr ſtimmten, bewogen mich, ſolche dem deutſchen Publikum zuerſt

durch Sommerpfluͤgen gereiniget ſey fuͤr ein Verbrechen gegen alle Grundſäͤtze eines guten Dieſe Lehren und viele merkwuͤrdige bisher uͤberſehene Erfahrungen der Eng⸗

in dem Hannoͤverſchen Magazin, dann in meiner Anleitung zur Kenntniß der engliſchen kandwitth⸗ ſchaft vorzul Pn. 7

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daß man nicht ſah was dicht vor Augen lag, oder ſeinen Augen

Zwar waren die meiſten durch die zum Ge⸗

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