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Erster Band (1811) Begründung der Lehre und des Gewerbes : Oekonomie oder die Lehre von den landwirthschaftlichen Verhältnissen
Entstehung
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Der Fruchtwechſel.

moſphaͤre erhalten. Die mannigfaltige quantitative Verbindung dieſer Stoffe, woraus die unendliche Verſchiedenheit der vegetabiliſchen Materien hervorgeht, bewirken die Pflanzen durch ihren eigenthuͤm⸗ lichen Organismus. Und hieraus ſchloſſen die meiſten, daß ein Boden, der Fruchtbarkeit genug fuͤr

des Bodens ihn der einen guͤnſtiger als der andern mache.

3§. 356.

Allein wenn es auf Theorie und aprioriſches Raiſonnement hier ankommt, ſo iſt es ſchon genug

fuͤr die entgegengeſetzte Meinung, daß die Pflanzen dieſe Urſtoffe in verſchiedenem Verhaͤltniſſe haben und zuſammenſetzen muͤſſen. Hoͤchſt wahrſcheinlich haben ihre Wurzeln eine elektive Kraft und Sinn, wodurch ſie ſich die Urſtoffe gerade in dem Verhaͤltniſſe anziehen und auswaͤhlen, wie ſie ſolche ihrer

kungskreiſe dieſe Stoffe in einem angemeſſenen Verhaͤltniſee ſchon antreffen, und vielleicht in ſolchen Verbindungen, die jenem ſchon analog ſind. Iſt dieſes Verhaͤltniß nicht vorhanden, ſind einige jener Urſtoffe zwar da, aber in geringerer Menge und in ſolchen Verbindungen, welche die Thaͤtigkeit des

Pflanzenlebens erſt aufloͤſen muß, um ſich den Theil von jedem, deſſen die Pflanze bedarf, anzueig⸗

nen, ſo wird es ihr ſchwerer gemacht; ſie wird minder ſchnell fortkommen und gedeihen. Wenn kei⸗

iſt, ſo muß ſie ihn mit ihren Wurzeln gleichſam laͤnger und weiter zuſammenſuchen, damit ſie ihn in je⸗

dem Momente, wo ſie deſſen bedarf, anziehen koͤnne. Ja es laͤßt ſich nicht ohne Wahrſcheinlichkeit

annehmen, daß ein der Pflanze an ſich noͤthiger Stoff auch in zu großem Verhaͤltniſſe im Boden ſeyn,

und daß die Pflanze ſich ſchon durch die Abſtoßung des ſich zu ſtark darbietenden Stoffes oder durch ſei⸗

ne Abtrennung von dem uͤbrigen ſchwaͤchen koͤnne. Und ſo laͤßt es ſich allerdings erklaͤren, warum Pflanzenarten, oft nacheinander gebaut, in einem Boden zu minderer Vollkommenheit kommen, wenn

gleich dieſer Boden noch alle die Nahrungsſtoffe in ſich enthaͤlt, deren ſie beduͤrfen, und ſie dieſe Voll⸗

kommenheit wieder voͤllig erreichen, nachdem der Boden geruhet hat, oder eine andere Frucht darauf

gebauet iſt. Es laͤßt ſich ſogar denken, daß eine andere Pflanze, die ein entgegengeſetztes Berhaͤltniß 1 der Urſtoffe zu ihrer Nahrung gebraucht, gerade durch Ausziehung deſſelben das angemeſſene Verhaͤlt⸗ niß fuͤr eine andere wieder herſtellen koͤnne, ſo daß jene nun beſſer darauf fortkommt, als wenn dieſe

nicht darauf gewachſen waͤre und dem Boden nichts entzogen haͤtte. Nahrungsſtoff hat die dazwiſchen

gekommene Pflanze allerdings auch weggenommen, aber in einem andern Verhaͤltniſſe. Durch ſol⸗

chen Wechſel kann folglich der Boden endlich ganz erſchoͤpft werden, und ſo, daß er nun gar keine Pftan⸗

ſtaͤndig darauf erbauet waͤre. Vergl. Einhof in Annalen des Ackerbaues. 8 Bd. S. 321 u. f.

§. 257. Graͤnde aus der Wachſen mehrere Pflanzenarten zugleich auf demſelben Boden, ſo giebt freilich jede nicht einen Erfahrung. ſo hohen Ertrag, als wenn ſie den Boden allein eingenommen haͤtte. Denn auch ohne Hinſicht auf

den Raum, den eine der andern uͤber und unter der Erde wegnimmt, gebraucht jede von jedem Stoffe

eetwas, und entzieht es alſo der andern. Allein wir wollen auf die Erfahrung zuruͤckkommen. Hier finden wir alle aufmerkſamen Gaͤrtner und viele Ackerbauer darin uͤbereinſtimmend, daß es vortheil⸗

haft ſey, gewiſſe Pflanzen untereinander zu bauen, und daß man einen ſtaͤrkeren Ertrag von jeder er⸗

halte, als wenn man auf demſelben Stuͤcke Landes jede beſonders auf einem eigenen Theile baue. Wo

ein ſehr induſtriöſer Gaͤrtnereibetrieb herrſcht, da findet man zuweilen fuͤnf bis ſechs verſchiedene Fruͤch⸗

eine Pflanze beſitze, ſie auch fuͤr die andere haben muͤſſe, und daß etwa nur die phyſiſche Eigenſchaft

Natur nach gebrauchen. Zu ihrem vorzuͤglichen Gedeihen iſt es aber noͤthig, daß ſie in ihrem Wir⸗

ner der Stoffe, deren ſie bedarf, im Boden gaͤnzlich fehlt, aber nicht in hinlaͤnglichem Verhaͤltniſſe da

ze mehr ernaͤhrt; aber fuͤr jede einzelne Pflanze wird er langſamer erſchoͤpft, als wenn nur dieſe be⸗

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