Mecklenburgi⸗ ſche Schlagein⸗ theilung.
214 1 Die Koppelwirthſchaft.
vieh genug zur Winterfutterung übrig bleibe, und auch der erforderliche dinger daraus erzeugt
werden koͤnne. Endlich 6) wie oben geſagt, auf die Groͤße des Guts, die Lage des Feldes und die Verſchie⸗
denheit des Bodens. Die vortheilhafte Lage des Hofes gegen die Feldmark kann zuweilen einen Grund abgeben, die Zahl der Schlaͤge mehr einzuſchraͤnken, weil ſie ſonſt da, wo ſie ſich dem Hofe
naͤhern, zu ſchmal werden wuͤrden. 4
5. 349. Die gewoͤhnlichſten Einrichtungen der Schlagordnung ſind folgende: Die Sechsſ chlaͤgige. Sie hat eine große Brache, bauet drei Fruͤchte nach einander, und hat zwei Weideſchlaͤge. Sie iſt beliebt auf denen Guͤtern, welche reichliche Wieſen und fruchtbaren Weidegrund beſitzen. Sie bedarf des Duͤngers viel, theils wegen der Groͤße der Brache, theils weil
eine zweijaͤhrige Ruhe die Kraft des Bodens minder wirkſam, wie eine laͤngere herſtellt. Wo man ſie
auf ſchwaͤchern Guͤtern des ſtaͤrkern Kornbaues wegen einfuͤhrte, iſt der Erfolg ſchlecht geweſen. Die Siebenſchlaͤgige hat eine Brache, drei Getreide⸗ und drei Weideſchlaͤge. Sie iſt
jetzt eine der beliebteſten, indem ſich das Land, wie man zu ſagen pflegt, in drei Jahren genugſam
ausliegt, mit dem dritten Jahre im ſtaͤrkſten Graswuchſe ſteht, die Brache leichter wie in der vorigen
ausgeduͤngt werden kann, und zur Abtragung von drei Ernten gerade die noͤthige Kraft erhaͤlt. Sie
kann zwar mit mindern Wieſen wie die vorige ausreichen, jedoch nicht ohne einen betraͤchtlichen Heu⸗ gewinn. Es haben ſie neuerlich einige mit pier Kornſchlaͤgen zu benutzen angefangen, welches aber ohne hoͤchſt fruchtbare Weide oder Futterbau in Nebenkoppeln Erſchoͤpfung herbeifuͤhren muß, es ſey denn, daß man eine verbeſſerte Fruchtfolge waͤhle. Von dieſer koͤnnen wir erſt in der Folge reden, und haben hier nur die gewoͤhnliche bei Aufzaͤhlung der Schlagordnungen im Sinne.
Die Achtſchlaͤgige hat gewoͤhnlich eine Brache, vier Getreide⸗ und drei Weideſchlaͤge. Sie erfordert zu ihren vier Saaten eine ſtaͤrkere Duͤngung, welche nur aus einem betraͤchtlichen Heugewinn hervorgehen kann, indem das Stroh der dritten und vierten Saat ſehr abnimmt. Man trifft ſie auch mit vier Weide⸗ und drei Getreideſchlaͤgen auf Guͤtern an, die ſich von ihrer Erſchoͤpfung erholen muͤſſen, oder auch bei den Rotationen beſſexer Außenſchlaͤge.
Die Neunſchlaͤgige. Gewoͤhnlicherweiſe hat ſie eine Brache, vier Getreide⸗ und vier Wei⸗
deſchlaͤge. Unter den Schlagordnungen mit einfacher Brache hat ſie dieſe am kleinſten, und da das Land in der erwaͤhnten Ordnung vier Jahre gelegen, ſo bedarf ſie des Duͤngers am wenigſten. Sie kann ſich alſo mit einem geringern Wieſenverhaͤltniſſe behelfen, wird dann aber freilich das auf dem
petraͤchtlichen Weideraum zu haltende Vieh nur ſchwach durchfuttern koͤnnen. Man hat aber auch
fuͤnfmal nacheinander Getreide genommen, und nur drei Weideſchlaͤge gehabt: eine Einrichtung, die
nur der vorzuͤglichſte Boden ertragen kann, der aber doch immer mehr Geiz, als wahre Dekonomie zum Grunde zu liegen ſcheint.
Die Neunſchlaͤgige mit zwei Brachen trifft man jetzt woh kaum mehr an, ob ſie gleich vor⸗ mals nicht ſelten war, und auf bindendem Boden, dem eine ſtarke Bearbeitung guͤnſtig war, 3 vorzͤg⸗ liche Kornernten gewaͤhrte.
Fuͤnf Weideſchlaͤge, drei Kornſchlaͤge und eine Brache findet! man nur auf Außenſchlägen.
Die Zehnſchlaͤgige mit zwei Brachen, vier durch die Muͤrbebrache getrennten Getreide⸗
ſchlaͤgen, und vier Weideſchlaͤgen, gehoͤrt unter die ſeltenen. Sie kann ſich jedoch bei dem gering⸗ ſten Wieſenverhaͤltniſſe ziemlich in Kraft erhalten, und die zehnſchlaͤgige Eintheilung ſcheint mir vor⸗ zuͤglich zu einer verbeſſerten Fruchtfolge geeignet. Wenn ſie ſonſt, wie man wohl verſucht hat, fuͤnf⸗ mal Getreide nach einer Brache nimmt, ſo arbeitet ſie auf ihrem Ruin entgegen.
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