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4 Die Koppelwirthſchaft. 213
gebracht. Deshalb muͤſſen die Brachen vermehrt werden, ſo wie der thonige Beſtandtheil des Ackers zunimmt. Die Weide aber kann auf eine kleinere Flaͤche eingeſchraͤnkt werden, weil dieſer Boden
grasreicher iſt. Wenn man viele Getreideſaaten nacheinander naͤhme, wuͤrde er zu ſehr verwildern,
und bei einer langen Weide ſich zu ſehr binden. Iſt der Boden kaltgruͤndig, mit einer undurchlaſſen⸗
den thonigten Unterlage der Feuchtigkeit ausgeſetzt, ſo kann es der Fall ſeyn, daß man ihn wirklich vor⸗ theilhafter laͤnger zur Weide oder zur Heugewinnung als zum Getreidebau benutzt, beſonders wenn er gut durchduͤngt iſt, und einen Stamm von guten Graͤſern in ſich hat. Wenn einzelne Strecken dieſer
Art zwiſchen den Koppeln liegen, ſo werden ſie zuweilen mit den uͤbrigen nicht zugleich umgebrochen,
ſondern dienen zu Wieſen, wenn die Koppeln ſchon Korn tragen, und man nimmt ihnen dann eine oder zwei Fruͤchte weniger, zuweilen nur Hafer ab.
2) Auf die Quantitaͤt des zur Ausduͤngung einer Brache erforderlichen Miſtes und die moͤgliche⸗ Gewinnung deſſelben. Die Miſtbrache ſoll naͤmlich ausgeduͤngt werden, und ihre Groͤße muß ſich alſo nach dem Duͤngergewinn der Wirthſchaft richten. Dieſen hat man, wie allenthalben, auch in Mecklenburg mehrentheils nach der Kopfzahl des Viehes berechnet, ſich aber auch eben ſo oft, wie anderwaͤrts, betrogen. Man hat in Mecklenburg ziemlich allgemein angenommen, daß ein Stuͤck Vieh den Duͤnger zu 100 ſechzehnfuͤßigen Quadratruthen gebe. So viel Stuͤck Vieh alſo, ſo viel 100 Quadratruthen Brache. Wenn nun ein Stuͤck Vieh die Weide auf 300 Quadratruthen verlangte, ſo mußten, um einen Morgen zu beduͤngen, 300 Quadratruthen Weide da ſeyn. Verlangte es nach der Beſchaffenheit des Bodens oder nach der Erſchoͤpfung deſſelben mehr an Weide, ſo mußte auch die Zahl der Weidekoppeln vermehrt werden. So haben viele gerechnet, und glaubten recht gruͤndlich gerechnet zu haben. Allein die Quantitaͤt des Miſtes— denn nur der Wintermiſt koͤmmt hier in Betracht— ergiebt ſich weder aus der Weide, noch aus der Kopfzahl des Viehes, ſondern allein aus der Quantitaͤt des gewonnenen und oͤkonomiſch verwandten Futters. Es koͤmmt alſo auf den Stroh⸗ und Heugewinn vorzuͤglich an, bei welcher Zahl und Rotation der Schlaͤ⸗ ge die Brache genugſam ausgeduͤngt werden koͤnne, und dann kommt erſt die Zahl des Viehes in Betracht, welche dieſes am vortheilhafteſten verzehrt, und nun muß berechnet werden, wie viel es an Weide beduͤrfe, um neben dem Duͤnger den moͤglich großten Nutzen zu geben. Alſo nicht bloß, wie manche angegeben haben, iſt hier auf die Beſchaffenheit und die mehrere oder mindere Graswuͤchſig⸗ keit des Ackers ſelbſt, ſondern weit mehr auf die Quantitaͤt und Qualitaͤt der Wieſen und der etwa zum Futtergewaͤchsbau genutzten Nebenkoppeln zu ſehen. Oder aber es muß auch Winterfutter in ei⸗ nem der Hauptſchläge gebaut und ſomit die Zahl der Schlaͤge um eine vermehrt werden. Dies ſindet man aber bei den gewoͤhnlichen Koppelwirthſchaften ſelten, und kann auf gewoͤhnlichem Boden faſt nur bewerkſtelliget werden, wenn man die Regel des Fruchtwechſels befolgt, indem nach drei und mehreren Kornernten der Acker in keinem dem Klee guͤnſtigen Zuſtande zu ſeyn pflegt.
3) Auf die Arbeit. Dieſe vermehrt ſich mit der Staͤrke der einfachen oder doppelten Bra⸗ chen, und vermindert ſich bei dem laͤngern Dreeſchliegen. Es kommt alſo in Betracht, ob vermehrtes Arbeitsvieh nutzbar zu halten oder eine Beſchraͤnkung deſſelben vortheilhafter ſey.
4) Auf die Berechnung und Vergleichung des Ertrages aus dem Koörnerge⸗ winn und der Viehnutzung. Wenn die Ausſaat vermindert wird, ſo verringert ſich der Koͤr⸗ nerertrag nicht in gleichem Verhaͤltniſſe, indem er nach einer laͤngern Ruhe, insbeſondere auf loſerm Boden, um ſo ſtaͤrker zu ſeyn pflegt, oder wenigſtens nicht in dem Maaße, daß er nicht zuweilen durch hoͤhere Viehnutzung und erſparte Arbeitskoſten genugſam wieder erſetzt wuͤrde.
5) Auf das Verhaͤltniß der Wieſen, ob näͤmlich von ſelbigen ſo viel Heu gewonnen werde, daß nach Abzug deſſen, was das Arbeitsvieh bedarf, fuͤr das auf die Weide zu haltende Nutz⸗


